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Boden & Klima in der Region Épernay & Avenue de Champagne

Kreide und Keller

Boden & Klima

Unter der Avenue de Champagne verlaufen nach verbreiteten Angaben rund 110 Kilometer Kellergänge, in denen fast 200 Millionen Flaschen lagern. Wer die Straße entlanggeht, geht also über Millionen Flaschen. Die Gänge sind von Hand in die Kreide gegraben, über mehrere Stockwerke. Allein die Keller von Pol Roger ziehen sich rund sieben Kilometer unter Épernay hin, auf drei Ebenen.

Kreide ist ein weicher, poröser Kalkstein. Sie saugt Regen auf wie ein Schwamm und gibt das Wasser in trockenen Sommern langsam an die Reben ab. Im Keller hält sie Temperatur und Feuchte gleichmäßig, bei etwa zehn bis zwölf Grad, ohne Heizung und ohne Kühlung. Für eine zweite Gärung in der Flasche ist das ideal, weil sie ohne Schwankungen und sehr langsam abläuft.

Rund um Épernay stoßen drei Anbauzonen aneinander. Südlich beginnt die Côte des Blancs, wo Chouilly, Cramant, Avize und Oiry als Grand Cru eingestuft sind. In der Vallée de la Marne westlich der Stadt zählen Dizy, Cumières und Mareuil-sur-Ay als Premier Cru, ebenso Pierry. Nördlich an der Stadt vorbei steigen die Hänge um Aÿ an.

Grand Cru und Premier Cru gelten in der Champagne für ganze Gemeinden, nicht für einzelne Lagen wie im Burgund. Ein Haus mischt deshalb meist Trauben aus vielen Orten, statt eine einzige Parzelle abzufüllen. Das erklärt, warum an der Avenue der Hausstil zählt und nicht der Weinberg.

Das Klima der Champagne liegt nahe an der Grenze, bis zu der Trauben noch zuverlässig reifen. Der Sommer bleibt mild, im Frühjahr droht Frost. Das kostet Ertrag, schenkt den Beeren aber Säure, und die braucht ein Schaumwein, damit er nach Jahren im Keller frisch bleibt.

Dazu im Lexikon

Warum Säure den Schaumwein frisch hältWie kühle Keller Wein reifen lassen
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