
Neun Provinzen
Region & Geschichte
Was ist Prosecco eigentlich, und woher kommt er? Er kommt aus dem Nordosten Italiens, aus dem Land rund um Treviso, und er ist ein Massenphänomen: 667 Millionen Flaschen verkaufte das Konsortium der Prosecco DOC im Jahr 2025. Davon waren 60,4 Millionen Rosé, den es erst seit 2020 gibt. Champagner und Cava zusammen kommen auf deutlich weniger.
Die Herkunft ist weit gefasst. Seit dem Ministerialdekret vom 17. Juli 2009 umfasst die DOC neun Provinzen, fünf in Venetien (Belluno, Padua, Treviso, Venedig und Vicenza) und vier im Friaul. Das Herz liegt zwischen der Piave und den Vorbergen der Alpen. Die Hügel um Conegliano und Valdobbiadene bilden eine eigene, höher eingestufte Herkunft, von der eine andere Region dieser Reise erzählt.
Wie schnell das Wachstum ging, zeigen zwei Zahlen. 2014 meldete das Konsortium 306,6 Millionen Flaschen, 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Heute ist es mehr als das Doppelte. Mionetto, ein Haus aus Valdobbiadene, das seit Mai 2008 zu Henkell Freixenet gehört, brachte Prosecco im Jahr 2000 in den amerikanischen Massenmarkt. Die USA sind bis heute der wichtigste Abnehmer.
Hinter den Flaschen steht eine breite Struktur. Nach den Angaben des Konsortiums für 2023 bedecken die Reben 28.100 Hektar, 11.969 Traubenerzeuger liefern, 1.148 Betriebe keltern, und 355 Häuser füllen als Schaumwein ab. Mehr als 82 Prozent der Flaschen gehen in den Export, in 164 Länder.
Am Fuß des Monte Grappa liegt rund um Asolo ein zweites, kleineres Gebiet mit höherem Rang. Asolo Prosecco Superiore wurde 2009 als DOCG anerkannt, damals noch unter dem Namen Colli Asolani, und heißt seit 2014 nach dem Städtchen. Die Hügel sind sein Merkmal, die Masse liegt anderswo.