
Törley seit 1882
Region & Geschichte
Törley Sekt, in Ungarn Pezsgő genannt, ist dort so bekannt, dass der Name fast für Schaumwein überhaupt steht. Das Haus sitzt in Budafok, einem Stadtteil im Süden von Budapest, der früher Promontor hieß. József Törley, 1858 geboren, hatte zuvor in Reims gearbeitet und holte sein Wissen 1882 an die Donau.
Törley baute die Kellerei streng nach dem Vorbild der Champagne und legte dafür Weinberge im nahen Etyek an. Den kalkigen Boden von Budafok hielt er dem der Champagne für verwandt, eine Überzeugung, die sich auch gut verkaufte. Mit tausenden Plakaten und Menükarten machte er seine Marke im ganzen Land bekannt.
Vor dem Ersten Weltkrieg war Budafok ein Zentrum des Schaumweins. Um 1910 arbeiteten allein dort 18 Erzeuger, und Törley füllte rund zwei Millionen Flaschen im Jahr. In ganz Ungarn gab es damals über 20 Manufakturen, und ungarischen Quellen zufolge gingen sechs bis acht Millionen Flaschen in den Export.
Danach folgten die Brüche. In der Weltwirtschaftskrise sank Törleys Ausstoß 1929/30 auf rund 200 000 Flaschen. 1949 verstaatlichte der Staat die Fabrik, und ab 1951 war sie Ungarns einzige Schaumweinfabrik. Zuletzt führte das Staatsunternehmen Hungarovin den Betrieb, in den 1980er Jahren mit einer Kapazität von bis zu 30 Millionen Flaschen. Menge und Gleichmäßigkeit zählten damals mehr als Feinheit.
1992 kaufte die deutsche Henkell-Gruppe das Unternehmen und brachte den Namen Törley zurück auf die Flasche. Heute hat die Marke nach Branchenangaben mehr als die Hälfte des ungarischen Marktes und füllt jährlich 12 bis 14 Millionen Flaschen. Einen Herkunftsschutz wie beim Champagner trägt der Name nicht, denn Törley ist eine Marke und keine Herkunft.
Dass Ungarn „Pezsgő“ sagt, geht auf Graf István Széchenyi zurück. Er nannte den französischen Champagner 1830 in seinem Werk „Hitel“ zum ersten Mal so.