
Shiraz, Grenache, Mataro
Rebsorten
Shiraz prägt das Barossatal wie keine andere Rebsorte, obwohl das nicht immer selbstverständlich war, denn die ersten Stöcke kamen mit den Auswanderern der 1840er-Jahre aus Frankreich, wo dieselbe Sorte Syrah heißt. Im heißen, trockenen Tal fanden sie Bedingungen, die ihr eher lagen als mancher steile Hang an der Rhône. Was am Ende reifte, war dunkler und dichter. Es sammelte williger Zucker an als das europäische Original.
Neben Shiraz stehen zwei alte Begleiter, die außerhalb Australiens kaum jemand unter diesen Namen kennt. Grenache heißt hier wie in Spanien Garnacha, treibt spät aus und verträgt Hitze und Trockenheit fast mühelos. Viele Stöcke im Tal wachsen als niedrige Büsche ohne Drahtgerüst, manche über hundert Jahre alt, ungepfropft auf den eigenen Wurzeln aus der Zeit vor der Reblaus. Mataro ist der australische Name für Mourvèdre, eine dickschalige, tanninreiche Sorte, die dem Wein Würze und Struktur gibt, ohne selbst laut aufzutreten.
Aus diesen drei Sorten entsteht der GSM. Diesen Verschnitt aus Grenache, Shiraz und Mataro gibt es in dieser Kombination praktisch nirgendwo sonst. Grenache bringt Frucht und Süße im Antrunk. Shiraz liefert Farbe, Fülle und dunkle Würze. Mataro hält das Ganze mit seinem festen Tannin zusammen. Keine der drei Sorten würde allein so viel erzählen.
Ein paar Kilometer weiter östlich geht das Tal in die höheren Lagen des benachbarten Eden Valley über. Dort dreht sich fast alles um eine vierte Sorte: Riesling. Im Barossatal selbst wächst davon kaum etwas, dafür ist es am Talboden zu warm. Der Unterschied zeigt, wie nah zwei Nachbarn liegen können und wie verschieden sie trotzdem schmecken, und wer beide Weine nebeneinander verkostet, glaubt kaum, dass zwischen den Weinbergen nur eine halbe Autostunde liegt.