
Talboden, Höhenlage
Klima
Wer im Januar durchs Barossatal fährt, merkt schnell etwas. Kräftige Rotweine wachsen hier besonders gut. Auf dem Talboden um Nuriootpa steigen die Temperaturen im Sommer auf bis zu 29 Grad. Im Winter fallen sie auf neun bis vierzehn Grad, und geregnet wird vor allem zwischen Mai und September. Für Reben, die im Herbst reifen sollen, ist genau das ein Segen, denn die Ernte findet fast immer in einer verlässlich trockenen Phase statt.
Doch das Tal ist keine gleichförmige Wanne. Am Talboden bei Nuriootpa, auf rund 270 Metern Höhe, fallen im Jahr etwa 470 Millimeter Regen. Das reicht, damit viele alte Weinberge ganz ohne Bewässerung auskommen. Steigt man Richtung Osten ins höher gelegene Eden Valley, wo einzelne Weinberge 500 Meter erreichen, wächst die Regenmenge auf über 680 Millimeter, und die Luft bleibt dort spürbar kühler.
Diese Höhe entscheidet mehr als jede Klimastatistik: Ein Weinberg, der zweihundert Höhenmeter über dem Talboden liegt, erntet oft später. Die Trauben bilden in der kühleren Luft langsamer Zucker und halten ihre Säure länger. Deshalb schmeckt ein Wein von der Talsohle rund und breit, während einer aus den Randlagen straffer und kühler wirkt, obwohl beide keine hundert Kilometer voneinander entfernt wachsen.
Ein Grund mehr, warum Winzer im Tal selbst nach Kühle suchen. Wer kann, pflanzt an den Rand der Barossa Range im Westen oder in schattigere Seitentäler. Dort kommt die Nachmittagssonne später an, weshalb manche bewusst mehr Laub stehen lassen, um die Trauben vor Sonnenbrand zu schützen. Bei Temperaturen über 35 Grad, die im Hochsommer keine Seltenheit sind, verbrennt eine freiliegende Beere buchstäblich.