Rebsorten in der Region Eden Valley

Riesling & Shiraz

Rebsorten

Zwei Sorten teilen sich das Eden Valley beinahe komplett auf. Shiraz steht auf reichlich einem Drittel der Rebfläche, Riesling auf knapp einem Viertel, damit ist schon mehr als die Hälfte der Region beschrieben. Der Rest verteilt sich vor allem auf Cabernet Sauvignon und etwas Chardonnay. Die beiden Hauptsorten geben dem Ort trotzdem sein Gesicht: ein kühler, strenger Weißwein und ein dunkler, würziger Rotwein aus demselben Hügelland.

Riesling kam über einen Umweg zu seinem heutigen Ruf. Jahrzehntelang durfte in Australien fast jeder Weißwein „Riesling“ heißen. Der echte wurde deshalb als „Rhine Riesling“ verkauft, während in Sydney sogar Semillon als „Hunter River Riesling“ abgefüllt war, obwohl das Eden Valley dieses Problem nie wirklich hatte, denn hier stand von Anfang an, seit Joseph Gilberts erster Pflanzung, tatsächlich Riesling im Boden. Trocken, mit hoher Säure und einem Duft nach Limette und Jasminblüte. Genau dieser Stil macht die Sorte heute wieder berühmt.

Shiraz wächst hier unter anderen Bedingungen als in der wärmeren Barossa Valley wenige Kilometer talwärts. Die Trauben reifen langsamer und bleiben kleiner. Am Weingut Henschke stehen manche Shiraz-Stöcke seit den 1860er-Jahren auf eigenen Wurzeln, ungepfropft. Die Reblaus hat Südaustralien nie erreicht. Deshalb mussten diese Reben nie auf resistente amerikanische Unterlagen umgepfropft werden, wie es andernorts auf der Welt längst üblich ist, und zählen heute zu den ältesten Shiraz-Rebstöcken weltweit, die noch Trauben tragen.

Cabernet Sauvignon kam später dazu und profitiert von denselben kühlen Nächten wie Riesling, bleibt aber meist schlanker als in wärmeren Lagen, mit mehr Kraut- und weniger Konfitürenton. Oft wird er mit Shiraz verschnitten, um Struktur zu geben. Chardonnay bildet die kleinste der vier Hauptsorten. Er wächst an den höchsten, kühlsten Stellen der Region, genau dort, wo auch Riesling am besten gedeiht.

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