
Pastel de Choclo
Wein & Essen
Das Valle de Aconcagua ist trocken wie kaum ein anderes Tal. Trotzdem wächst hier Mais in Hülle und Fülle. Möglich macht das der Río Aconcagua, dessen Wasser die sonst staubigen Felder um San Felipe und Los Andes in Obst- und Gemüsegärten verwandelt. Aus diesem Mais entsteht Pastel de Choclo, eine Auflaufform aus süßer Maiscreme über Hackfleisch, Oliven, Rosinen und einem halben hartgekochten Ei.
Zu diesem Gericht passt paradoxerweise kein schwerer Wein. Die süße Maiskruste und die Rosinen brauchen einen jungen, fruchtigen Cabernet Sauvignon aus dem Tal, noch ohne viel Fassholz. Seine eigene Frucht muss mit der Süße mithalten, statt von ihr erschlagen zu werden. Ein Wein mit zwei Jahren Flaschenreife ist hier meist die bessere Wahl als ein zehn Jahre gereifter Don Maximiano.
Beim Asado, dem sonntäglichen Grillfest über offenem Holzfeuer, kehrt sich die Regel um. Rind vom Grill bringt Fett und geröstete Kruste mit. Genau das braucht ein kräftiger Wein, um nicht daneben zu verblassen. Ein junger, noch tanninreicher Cabernet aus Panquehue wird neben dem Fleisch plötzlich weicher. Das Fett polstert das Tannin ab, ganz ähnlich wie Salz es bei kräftigem Käse tut.
In den Ausläufern der Anden rund um Los Andes halten kleine Betriebe Ziegen. Ihr junger, milder Käse verlangt nach einem hellen Wein aus Aconcagua Costa statt nach schwerem Rotwein. Sonst verschwindet der zarte Geschmack der Milch komplett. Zum Nachtisch bleibt der Wein in vielen Häusern ganz in der Flasche: Chirimoya, die grüne Schuppenfrucht der Region, wird pur gelöffelt, süß und cremig genug, um keinen Wein daneben zu brauchen.