Rebsorten in der Region Mosel

Riesling & Elbling

Rebsorten

Eine Sorte beherrscht die Mosel wie kaum eine andere Region ihre eigene. Riesling steht auf gut 62 Prozent der Rebfläche, umgerechnet rund 5.300 von insgesamt 8.440 Hektar — mehr als irgendwo sonst auf der Welt. Er reift spät, oft erst im Oktober. Kein anderes kühles Anbaugebiet nördlich der Alpen gibt ihm so viel Zeit dafür.

Im Glas verrät Riesling seine Herkunft an der Säure. Grüner Apfel, Limette, manchmal weißer Pfirsich, dazu eine steinige, fast salzige Note, die Kenner mineralisch nennen, obwohl damit kein Mineralgeschmack gemeint ist, sondern der Eindruck kühler, klarer Säure im Mund. Nach Jahren in der Flasche kommt oft ein Duft nach Petroleum dazu, den Fachleute TDN nennen. Er entsteht aus Farbstoffen der Traube und gilt an der Mosel als Reifezeichen, nicht als Fehler.

Die zweite Sorte ist viel älter, aber viel kleiner: Elbling. Seit über 2.000 Jahren wächst er an der Obermosel, vermutlich von den Römern mitgebracht. Heute steht er nur noch auf rund 450 Hektar, gut fünf Prozent der Fläche, fast nur auf dem Muschelkalk zwischen Nittel und Perl. Seine Säure ist enorm, sein Aroma eher neutral. Schlecht für einen ruhigen Wein, ideal für Sekt. Ein Großteil der Ernte wird deshalb zu Grundwein für Winzersekt vergoren.

Müller-Thurgau kommt auf knapp neun Prozent der Fläche. Er liefert weiche, unkomplizierte Weine für den schnellen Genuss, ohne die Lagerfähigkeit des Riesling. Spätburgunder, die einzige nennenswerte rote Sorte, wächst auf gut fünf Prozent der Fläche und bleibt an den kühlen Hängen meist hell und leicht — ein Roter, der eher wie ein kräftiger Weißer schmeckt.

Was den Mosel-Riesling von seinen Vettern aus dem Rheingau oder der Pfalz unterscheidet, ist vor allem die Säure. Wärmere Lagen lassen den Zucker schneller steigen, während die Säure sinkt. An der Mosel bleibt beides länger im Gleichgewicht, weil sich die Reife über viele Wochen hinzieht. Deshalb tragen viele Moselweine trotz wenig Alkohol noch einen Rest Süße, ohne süßlich zu wirken. Die Säure trägt sie.

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