Wein & Essen in der Region Kent

Auster, Lamm, Cobnuss

Wein & Essen

Wenige Kombinationen sind so bekannt wie Whitstable-Austern und ein Glas Kentish Sparkling. Das kleine Küstenstädtchen isst seine Austern seit der Römerzeit. Im Juli feiert es mit einem eigenen Austernfest, das an das Fest des heiligen Jakobus erinnert. Ausgerechnet dann hat die heimische Auster noch gar keine Saison, die beginnt erst am ersten September, doch die Tradition kümmert das seit Jahrhunderten wenig. Zur Auster passt die Säure des Sekts wie die Zitrone zum Fisch. Sie schneidet durch die salzige, jodige Note und lässt beides frischer wirken, als es allein wäre.

Anders liegt der Fall beim Lamm von der Romney Marsh. Die Schafe grasen dort auf salzigen Marschwiesen und setzen mehr Fett an als anderswo. Dieses Fett verleiht dem Fleisch einen kräftigeren, leicht süßlichen Geschmack. Dazu braucht es keinen Rotwein, sondern eher einen kräftigen Rosé-Sekt aus Pinot Noir und Pinot Meunier. Der Balfour Brut Rosé vom Hush-Heath-Weingut, Jahrgang 2004, gewann genau das, und 2007 holte er als erster englischer Wein überhaupt Gold und die Trophäe bei der International Wine Challenge.

Im September ändert sich das. Dann beginnt die kurze Saison der Kentish Cobnuts, sobald die Auster wieder erlaubt ist. Diese milden, fast cremigen Haselnüsse wachsen fast ausschließlich in Kent und werden jung, noch in der grünen Schale, gegessen. Zu ihnen passt der aromatische Bacchus. Seine Noten von Holunderblüte und Stachelbeere treffen die milchige Süße der frischen Nuss, ohne sie mit zu viel Alkohol zu erschlagen.

Zwei Sätze reichen, um Kents Küche und Kents Wein zusammenzubringen. Salz und Fett im Essen brauchen Säure im Glas, und genau die liefert das kühle Klima der Grafschaft im Überfluss. Wer das einmal an einer Auster aus Whitstable erlebt hat, bestellt danach kaum noch Champagner dazu, so berühmt die Champagne für genau diese Kombination auch sein mag.

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