Wein & Essen in der Region Kartlien

Mtsvadi am Mtkvari

Wein & Essen

Am Ufer des Mtkvari wird gegrillt. Mtsvadi heißt das Gericht: Würfel aus Schwein oder Kalb am Spieß, gegart über glühenden, getrockneten Rebholzresten, die dem Fleisch eine leicht süßliche Rauchnote geben. Dazu passt am besten Tavkveri, leicht gekühlt. Seine Säure schneidet durch das Fett, ohne mit den Röstaromen zu konkurrieren, und ein schwererer Shavkapito übernimmt diese Aufgabe bei fetterem Schweinefleisch oder bei Lamm, wenn mehr Gewicht im Glas gefragt ist.

Khinkali gehören ebenso zu Kartli wie zum benachbarten Bergland. Es sind große Teigtaschen, gefüllt mit gewürztem Hackfleisch und der eigenen Brühe, die beim ersten Biss herausläuft. Man isst sie mit der Hand. Nur der Zipfel, an dem man sie hält, wird nicht mitgegessen. Dazu passt ein junger, unkomplizierter Chinuri oder ein Verschnitt mit Goruli Mtsvane: kühl, sauer, ohne viel Tannin, damit er das würzige Fett der Füllung einfach wegspült.

Bei Käse zeigt sich, wie gut ein Qvevri-Chinuri Salz verträgt. Tenili, ein handgezogener Käse aus Kvemo Kartli und dem benachbarten Samtskhe-Javakheti, wird so lange gedehnt, bis er in hauchdünnen Fäden zerfällt — ähnlich wie Mozzarella, nur salziger und würziger. Salz macht Tannin runder. Deshalb wirkt der sonst kantige Gerbstoff des Chinuri neben Tenili plötzlich weich. Zu mildem, jungem Käse passt dagegen eher der unkompliziertere Verschnitt aus Chinuri und Goruli Mtsvane.

Im Städtchen Surami backt man Nazuki. Das ist ein süßes Brot mit Zimt und Nelken, eher etwas für den Nachmittagstee als für den Wein. Die Obstgärten von Shida Kartli aber, voller Aprikosen und Äpfel, liefern genug natürliche Süße, um aus einem halbtrockenen Atenuri einen Dessertwein zu machen, ganz ohne Zusatz von außen. Am Ende zeigt sich in Kartli immer dasselbe Muster. Ein einfaches, oft altes Gericht trifft auf einen Wein, der genau für diesen einen Moment am Tisch entstanden ist.

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