
Kleftiko und Papoutsakia
Wein & Essen
Um Nemea kocht man mit viel Lamm, viel Olivenöl und oft mit Tomate. Das Öl kommt meist von den eigenen Hainen der Gegend, und der Wein dazu war seit jeher derselbe. Ein Agiorgitiko mit genug Frucht besteht gegen Fett und Säure aus der Küche.
Kleftiko, in Folie oder im verschlossenen Tontopf stundenlang gegartes Lamm, zerfällt so weich, dass man kaum ein Messer braucht. Genau dafür sorgt das Tannin. Bei Agiorgitiko ist es rund und wenig aggressiv, bremst das Fett im Mund, anders als ein sehr adstringierender, also stark zusammenziehender Rotwein, der hier nur hart wirken und die Süße des Fleisches erschlagen würde.
Bei Papoutsakia, in Tomatensauce gebackenen und mit Hackfleisch gefüllten Auberginen, macht die Säure des Weins den Unterschied. Sie schneidet durch die Tomate, statt sich mit ihr zu vermischen, und hält den Teller trotz Käse und Öl frisch. Ohne diese Säure würde die Sauce den Wein einfach erschlagen.
Im Winter kommt in Korinthia oft geschmortes Wildschwein mit Quitte auf den Tisch, süß-herb und lange gegart. Dazu braucht es einen kräftigeren, meist im Holz gereiften Nemea. Ein junger, leichter Wein aus dem Stahltank würde neben diesem Gericht verschwinden.
Eine Ausnahme ist Bakaliaros Plaki, in Tomatensauce geschmorter Stockfisch mit den kleinen dunklen Rosinen, für die Korinthia weltberühmt ist. Diese Rosinen gaben im Englischen sogar dem Wort currant seinen Namen, nach der Stadt Korinth. Fisch und Rotwein gelten sonst als schwierige Kombination. Hier holen die milde Säure und die Süße der Rosinen in der Sauce selbst einen Agiorgitiko noch ins Gleichgewicht.