
Mămăligă & Brânză
Wein & Essen
Der Alltagstisch in Codru dreht sich um Mămăligă, den festen Maisbrei, der mit Salzlake-Schafskäse namens Brânză und saurer Sahne serviert wird. Dazu passt ein Glas Fetească Albă oder Aligoté. Die Säure schneidet durch die Sahne, ohne den milden Mais zu übertönen. Einfacher geht Essen kaum.
Plăcinte sind der zweite Fixpunkt: dünn ausgerollte Teigtaschen, gefüllt mit Kartoffeln, Kraut, Kürbis oder süßem Brânză, meist heiß aus der Pfanne serviert. Bei den herzhaften Varianten passt wieder ein trockener Weißwein aus der Region. Bei den süßen mit Kürbis oder Kirsche verträgt sich ein halbtrockener Aligoté überraschend gut, weil seine Säure die Süße auffängt, statt sie zu verstärken.
Zum gegrillten Fleisch, oft Mititei genannt, kleine, stark gewürzte Hackfleischröllchen vom Grill, passt dagegen einer der roten Verschnitte aus Cabernet Sauvignon und Merlot. Das Tannin bindet das Fett. Die dunkle Frucht nimmt die Röstaromen vom Holzkohlegrill auf, statt gegen sie anzukämpfen. Genau dafür wurde dieser Wein gemacht.
Zu Festtagen kommt der Schaumwein aus Cricova auf den Tisch, oft zu einer klaren Hühnersuppe oder zu kaltem Aufschnitt vor dem Hauptgang. Seine feine Kohlensäure wirkt wie ein Neustart für den Gaumen zwischen den Gängen, bevor der nächste Teller kommt. So verbindet der Tisch in Codru drei Dinge, die sonst wenig miteinander zu tun haben: Schwarzerde, Kalksteinstollen und ein einfaches Stück Maisbrei. Das ist die Codru-Küche in einem einzigen, einfachen Satz zusammengefasst.