
Mămăligă und Mititei
Wein & Essen
Am Tisch in Ștefan Vodă steht fast immer Mămăligă, ein fester Brei aus Maismehl. Er liegt wie eine goldene Kuppel auf dem Teller und erinnert an Polenta, nur gröber und trockener, dazu gibt es Brânză, einen salzigen Schafskäse, und oft einen Löffel Smântână, saure Sahne, die die Schärfe des Käses abrundet. Diese einfache Kombination ist über Jahrhunderte kaum verändert.
Zum Grillfleisch wechselt man den Wein. Mititei, kleine gegrillte Röllchen aus gewürztem Hackfleisch, verlangen nach Tannin und Kraft. Genau das liefert der Negru de Purcari: Sein dichtes, holzwürziges Tannin bindet das Fett der Röllchen, während die dunkle Frucht den Rauchgeschmack vom Grill aufnimmt. Ein leichter Wein würde neben diesem Fleisch einfach verschwinden.
Sarmale, mit Reis und Fleisch gefüllte Kohl- oder Weinblätter, gegart in einer sämigen Tomatensauce, brauchen dagegen eher Säure als Wucht. Hier zeigt die Rara Neagră ihre Stärke: Ihre hohe Säure schneidet durch die Sauce, ohne die zarten Aromen der Füllung zu erschlagen. Ihr leichter Körper lässt zudem Raum für eine zweite und dritte Portion.
Zum Abschluss kommt oft eine Plăcintă auf den Tisch, ein dünnes, gefaltetes Gebäck mit Kürbis, Käse oder Kirschen gefüllt. Gebacken wird sie, bis der Rand knusprig ist. Ein Glas Wein passt selten dazu, eher ein starker Kaffee oder ein kleiner Schnaps. Wer in Ștefan Vodă zu Gast ist, lernt das schnell. Ein guter Wein steht hier nie allein am Tisch, sondern wird immer neben einem bestimmten Gericht gedacht.