
Cabernet & Rară Neagră
Rebsorten
In Valul lui Traian überwiegt die rote Traube. Sechzig Prozent der Fläche tragen dunkle Beeren, vierzig Prozent helle. Cabernet Sauvignon und Merlot liefern zusammen die kräftigen, oft opulenten Rotweine, für die die Region international bekannt ist. Dazu kommen Saperavi, eine georgische Sorte mit dunklem Fruchtfleisch, und die einheimische Fetească Neagră, die der Region ihre würzige, dunkelbeerige Seite gibt, und beide zusammen prägen den Charakter der roten Weine hier.
Fetească Neagră hat ihre Wurzeln ausgerechnet hier. Botaniker vermuten ihren Ursprung im Tal des Prut, im Südwesten der Republik Moldau. Die Traube gilt als über zweitausend Jahre alt. Im Glas zeigt sie dunkle Kirsche, Brombeere und Pflaume, manchmal auch getrocknete Feige. Je nach Ausbau reicht der Stil von leicht und fruchtig bis kräftig, mit Leder- und Tabaknoten. Noch älter ist Rară Neagră, eine dickschalige, brombeerduftende Sorte, die schon zu geto-dakischer Zeit hier wuchs und heute meist im Verschnitt landet, also im Mischen mit anderen Sorten.
Bei den weißen Sorten dominieren international bekannte Namen. Sauvignon Blanc und Chardonnay wachsen auf der Bugeac-Steppe und in den Tigheci-Wäldern und ergeben frische, oft mineralische Weißweine. Daneben steht Viorica, eine Kreuzung aus dem Jahr 1969. Moldauische Züchter kreuzten dafür die Rebsorte Seibel 13-666 mit der italienischen Aleatico. Ursprünglich sollte sie nur kälteresistente Trauben für die Destillation liefern. Heute macht man aus ihr aromatische, frische Weißweine mit Duft nach Jasmin, Akazie und Linde, dazu Aromen von Grapefruit, Litschi und reifer Mango.
Weitere Sorten füllen das Bild dieser Region ab. Aligoté und die einheimische Fetească Albă liefern unkomplizierte, säurebetonte Weißweine für den täglichen Tisch zu Hause. Wer durch die Weinberge um Cahul oder Comrat fährt, sieht die roten und weißen Rebzeilen oft nebeneinander, auf demselben schwarzen Boden, unter derselben Sonne. Trotzdem schmecken die Weine völlig verschieden. Das liegt an der Sorte selbst, nicht an ihrem Standort im Weinberg.