
Grüner Veltliner & Riesling
Rebsorten
Eine Sorte dominiert das Tal so stark wie sonst nirgends in Österreich. Grüner Veltliner steht auf über 60 Prozent der Rebfläche im Traisental, der höchste Anteil aller heimischen Weinbaugebiete. Wer hier durch die Weingärten fährt, sieht praktisch nur diese eine Sorte, Reihe um Reihe, bis der Hang aufhört.
Daneben steht, kleiner an Fläche, aber ebenso wichtig, der Riesling. Beide Sorten tragen seit dem Jahrgang 2006 gemeinsam das Siegel Traisental DAC, als einzige Rebsorten im ganzen Gebiet. Ein Wein aus Zweigelt oder Chardonnay darf noch so gut sein, das Etikett bekommt er trotzdem nicht.
Der Grüner Veltliner trägt seinen Spitznamen zu Recht: Pfefferl. Im Glas meldet sich zuerst weißer Pfeffer, dahinter grüner Apfel und manchmal ein Hauch von frisch geschnittenem Gemüse. Verantwortlich ist derselbe Aromastoff, der auch schwarzen Pfeffer scharf macht; hier sitzt er nur in einer Menge, die die Nase wahrnimmt, lange bevor die Zunge etwas von Schärfe merkt.
Riesling schmeckt im Traisental herzhafter, als man es aus wärmeren Lagen kennt. Die Säure steht im Vordergrund, dahinter liegen Steinobst und eine steinige, fast staubige Note, die von den Böden kommt und nicht aus dem Keller. Süß wird er in diesem Gebiet praktisch nie: Nur trockener Ausbau ist erlaubt, das schreibt die DAC-Regel vor.
Die Regel erlaubt trotzdem etwas Spielraum. Bis zu 15 Prozent anderer weißer Qualitätsweinsorten dürfen mit hinein, solange am Ende Grüner Veltliner oder Riesling herausschmeckt und auf dem Etikett steht. Die meisten Betriebe im Tal verzichten darauf ganz. Warum auch mischen, wenn die eigene Sorte schon alles mitbringt, was man braucht?