Region & Geschichte in der Region Traisental

Von der Bronzezeit bis DAC

Region & Geschichte

Ein Rebstück aus wildem Wein lag als Grabbeigabe in einem bronzezeitlichen Gräberfeld bei Franzhausen, mitten im heutigen Traisental. Es gilt als der älteste bekannte Fund von Vitis vinifera auf österreichischem Boden. Wein war hier also Jahrtausende vor jeder Grenze und jedem Gesetz schon ein Grund, jemandem etwas mit ins Grab zu geben.

Die Kelten feierten längst mit Stil. Ein bronzener Eimer aus dem fünften vorchristlichen Jahrhundert, verziert mit Szenen eines ausgelassenen Trinkgelages, wurde in der Gegend gefunden. Er zeigt, dass Wein hier schon vor den Römern etwas Besonderes war. Kein Getränk für den Alltag, sondern für das Fest.

Die Römer kamen früh. Am Beginn des ersten vorchristlichen Jahrhunderts brachten sie neue Anbaumethoden ins Tal, und mit ihnen kam die Grenze eines Weltreichs gleich mit. Traismauer lag direkt am Donaulimes, der langen Grenzbefestigung entlang der Donau, und trug über Jahrhunderte ein Kastell. Welchen Namen die Festung ursprünglich trug, ist bis heute umstritten: Die Tabula Peutingeriana, eine spätantike Straßenkarte, nennt eine Station namens Trigisamum, benannt nach dem Fluss Traisen. Heute setzt sich meist der Name Augustianis durch. Berittene Truppen bewachten den Übergang vom ersten bis ins fünfte Jahrhundert, und seit 2021 gehört die Anlage zum UNESCO-Welterbe Donaulimes.

Im achten Jahrhundert gehörte das Traisental zum Missionsgebiet des Erzbistums Salzburg, und ein Güterverzeichnis aus dieser Zeit nennt bereits Weingärten bei Traismauer und Oberwölbling. Der Weinbau war also längst da, bevor jemand ihn aufschrieb. 1112 gründeten Augustiner-Chorherren das Stift Herzogenburg am Zusammenfluss von Traisen und Donau. 1244 zogen die Mönche mit ihrem Besitz ins heutige Herzogenburg um, ein paar Kilometer flussaufwärts, und blieben Grundherren über weite Teile der umliegenden Weingärten.

Zur eigenen Weinbauregion wurde das Traisental erst 1995. Es ist damit eines der jüngsten und, mit rund 800 Hektar, auch eines der kleinsten Weinbaugebiete Österreichs. Seit dem Jahrgang 2006 darf nur, was aus Grüner Veltliner oder Riesling gekeltert wird, das Siegel Traisental DAC tragen; alles andere heißt schlicht Wein aus Niederösterreich. Die junge Verwaltungsgeschichte täuscht. Unter den Reben liegt eine Geschichte, die bis in die Bronzezeit reicht.

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