Wein & Essen in der Region Wagram

Kraut trifft Wein

Wein & Essen

Direkt südlich der Lössterrasse, im flachen Tullnerfeld, wächst seit Jahrhunderten ein Gemüse, das eigene Geschichte geschrieben hat. Es heißt Tullnerfelder Kraut, auch Donaukraut genannt. Schon 1832 rühmte man seine Qualität in gedruckten Quellen. Nach der Eröffnung der Franz-Josefs-Bahn 1870 ging ein Teil der Ernte sogar bis nach Böhmen auf Reisen.

Aus diesem Kraut kocht man in den Gasthäusern rund um den Wagram bis heute Krautfleisch. Das ist geschmortes Schweinefleisch mit reichlich Weißkraut, etwas Kümmel und einer Prise Zucker gegen die Säure. Das Fett des Fleisches und die milde Süße des geschmorten Krauts brauchen einen Wein, der aufräumt, ohne selbst schwer zu wirken.

Ein Grüner Veltliner Ortswein vom Wagram übernimmt diese Aufgabe mühelos. Seine Säure ist präsent genug, um durch das Fett zu schneiden, aber nie so scharf, dass sie mit dem Kümmel kollidiert. Sein reifer, durch den Löss geprägter Fruchtkern hält der Süße des Krauts stand, statt daneben blass zu wirken. Zu einer deftigeren Variante mit geräuchertem Speck darin passt stattdessen der Rote Veltliner besser: Seine nussige, an reifen Apfel erinnernde Seite trifft den Rauchgeschmack fast wie eine zweite Zutat. Sein höherer Extrakt hält auch neben kräftigem Speck die Balance.

Zum Ausklang, wie es sich für einen Presshaus-Abend am Wagram gehört, kommt oft eine kalte Platte auf den Tisch. Grammelschmalz mit dunklem Bauernbrot, hartem Käse und sauren Gurken gehören dazu. Genau dafür wurde der Gebietswein erfunden. Leicht und unkompliziert, mit spürbarer Frucht, spült er zwischen Schmalzbrot und Käse den Gaumen frei, ohne selbst zum Thema des Abends zu werden.

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