Rebsorten in der Region Tejo

Fernão Pires voran

Rebsorten

Eine weiße Sorte prägt den Tejo mehr als jede andere, Fernão Pires, die früh austreibt, früh reift und dem Winzer fast jeden Fehler verzeiht. Das machte sie zur bevorzugten Sorte der fruchtbaren Flussebene. Landesweit stehen rund 13.000 Hektar davon. Das ist mehr als jede andere weiße Sorte Portugals. Ein großer Teil wächst hier, in der Zone, die man Campo nennt. Im Glas zeigt sie würzige Töne, reife Birne und exotische Frucht, manchmal leicht blumig.

Bei den roten Sorten führt Castelão, den man an der Algarve und im benachbarten Setúbal auch Periquita nennt. Im Tejo schwankt er stark, je nach Standort. Auf dem mageren Sand der Charneca im Süden liefert er kräftige, tanninreiche Weine, die erst nach Jahren zugänglich werden. Auf den fruchtbaren Böden am Fluss wird er leichter und fruchtiger, mit Noten von roten Beeren und einem Hauch Kräuter. Dieser Wandel macht Castelão zu einer der launischsten Sorten Portugals.

Trincadeira sorgt für Farbe und Würze, reagiert aber empfindlich auf Fäulnis, sobald es im Herbst zu feucht wird. Aragonez, in Spanien als Tempranillo bekannt, bringt Struktur und dunkle Frucht mit, während Touriga Nacional, eigentlich aus dem Douro, hier vor allem in Verschnitten für zusätzliche Tiefe sorgt. Zusammen ergeben diese Sorten die meisten roten Tejo-Weine, oft gemischt, selten pur.

Internationale Sorten kamen später dazu, wie überall in Portugal, meist erst in den letzten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts, als sich der Blick der Winzer über die Landesgrenzen hinaus richtete. Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah wachsen heute neben Castelão. Meist stehen sie auf den wärmeren Lagen der Charneca, wo sie zuverlässig reif werden. Bei den Weißen ergänzt Arinto den Fernão Pires. Ihre spürbare Säure balanciert aus, was die andere Sorte an Fülle mitbringt, weshalb fast jeder Tejo-Weißwein am Ende ein Verschnitt aus mindestens zwei dieser Sorten ist.

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