
Akazie statt Eiche
Herstellung
Im großen Maßstab entsteht Rebula kontrolliert und kühl. Bei Klet Brda, der Genossenschaft in Dobrovo, die rund vierhundert Familien beliefern, läuft der Saft nach sanftem Pressen sofort von den Schalen. Er vergärt bei sechzehn bis achtzehn Grad im Stahltank. So entstehen die frischen, klaren Weine, die man in fast jeder Weinbar der Gegend trinkt. Schon 1962 stellte die Genossenschaft aus genau dieser Rebula ihren ersten Schaumwein her, die Peneča Rebula.
Movia in Ceglo macht fast das Gegenteil. Für den Lunar bleibt die Rebula acht Monate lang mit Schalen und Kernen zusammen. Sie vergärt spontan mit wilden Hefen, ganz ohne zugesetzten Schwefel, und wird bei Vollmond per Schwerkraft abgefüllt, ohne Pumpe und ohne Filter. Aleš Kristančič, achte Generation der Familie auf dem Hof, richtet sich dabei nach dem Mondkalender wie seine Vorfahren.
Danach kommt bei den ambitionierteren Weinen oft Holz, aber selten das übliche. Statt in französischer oder amerikanischer Eiche reifen viele Weine in Brda in großen alten Fässern aus Akazie oder Maulbeerbaum, manchmal sogar aus Kirschholz. Diese Bäume stehen auch sonst überall in der Landschaft. Diese Hölzer geben kaum Aroma ab, anders als neue Eiche mit ihrer Vanille- und Röstnote. Sie lassen den Wein stattdessen nur langsam durch die Poren atmen.
Bei den Rotweinen läuft die Arbeit klassischer. Maischestandzeit von zwei bis drei Wochen für Farbe und Gerbstoff, danach ein bis zwei Jahre im Holzfass — diese Weine tragen, wenn sie die Kriterien erfüllen, das Qualitätssiegel ZGP, die slowenische Entsprechung zum EU-Herkunftsschutz. Viele der ungeschwefelten Orangeweine aus Rebula fallen bei der amtlichen Verkostung für dieses Siegel dagegen durch den Rost. Sie werden nur als einfacher Landwein verkauft, was ihrem Ruf unter Kennern allerdings keinen Abbruch tut.