Wein & Essen in der Region Toro

Bacalao & Zamorano

Wein & Essen

Die Küche rund um Toro wuchs auf demselben kargen Sandboden wie der Wein, und das schmeckt man. Fisch aus dem eigenen Fluss gab es selten in Hülle und Fülle. Dafür kam viel Schwein, Wild und getrockneter Fisch von der Küste. Knoblauch, Paprikapulver und Olivenöl tragen fast jedes Gericht, und genau dazu passt ein kräftiger, tanninreicher Rotwein besser als ein zarter.

Am deutlichsten zeigt das der bacalao a la tranca: gewässerter Stockfisch, in Öl mit viel Knoblauch und Paprika gebraten, dazu Kartoffeln, ein Gericht, das in der Karwoche rund um Toro und Sanabria auf fast jeden Tisch kommt. Dass ein Fischgericht neben einem kräftigen Tinta de Toro besteht, überrascht nur, wer an zarten Seefisch denkt. Knoblauch, Schärfe und Olivenöl geben dem Gericht so viel Gewicht, dass die feine Fischnote gar nicht mehr im Vordergrund steht. Genau dort trifft sie den Wein auf Augenhöhe.

Ein zweites Gericht bringt die Verbindung noch direkter auf den Teller: Jabalí, Wildschwein, geschmort in genau dem Rotwein, der später dazu getrunken wird. Die Säure im Wein löst beim Schmoren das feste Fleisch. Im Glas begegnet dasselbe Tannin dann dem kräftigen Wildgeschmack auf gleicher Höhe. Ein zu leichter Wein würde neben diesem Gericht einfach verschwinden.

Zum Käse wechselt die Regel. Queso Zamorano, ein gereifter Schafskäse aus der Provinz mit eigenem Herkunftsschutz, bringt Salz und Fett mit, und beides macht das feste Tannin der Tinta de Toro spürbar weicher. Ein junger Wein wirkt daneben oft noch zu roh. Ein gereifter Reserva zeigt hier seine ruhigere, rundere Seite.

Nicht jedes Gericht verträgt die Wucht eines Reserva. Zum arroz a la zamorana, einem deftigen Eintopf aus Reis und Schweinefleisch, passt ein junger, unkomplizierter Wein besser. Das Gericht selbst bringt schon genug Fett und Würze mit. Mehr Kraft im Glas würde hier nur draufsatteln.

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