
Snoek und Bobotie
Wein & Essen
Ab dem 17. Jahrhundert brachte die Ostindien-Kompanie Menschen als Sklaven ans Kap. Viele kamen aus dem heutigen Indonesien, dazu von Madagaskar und aus Indien. Aus ihrer Kochkunst entstand, was man heute Cape-Malay-Küche nennt: würzig, süß-scharf und voller Gewürze wie Kurkuma, Koriander und Zimt. Genau diese Küche isst man in Constantia am liebsten neben den eigenen Weinen.
Bobotie, oft als Südafrikas Nationalgericht bezeichnet, ist gewürztes Hackfleisch, mit Aprikosen oder Rosinen gesüßt und unter einer Eier-Milch-Haube gebacken. Die feine Süße im Gericht und die Schärfe der Currygewürze verlangen nach einem Wein mit viel Säure, der beides ausbalanciert, ohne selbst süß zu schmecken. Ein junger Sauvignon Blanc aus Constantia füllt diese Rolle fast, als wäre er dafür gemacht.
Direkt an der Küste, keine zwanzig Kilometer von den Weinbergen entfernt, kommt frisch gefangener Snoek auf den Grill. Er wird mit Aprikosenmarmelade bestrichen und über Holzkohle geräuchert. Der rauchige, fettige Fisch trifft auf dieselbe Säure, die schon beim Bobotie half, und die grünen, kräuterigen Noten des Sauvignon Blanc passen überraschend gut zum Rauch.
Vin de Constance braucht dagegen kein Hauptgericht, sondern höchstens einen Nachtisch, der ihm die Schau nicht stiehlt. Ein Stück reifer, kräftiger Blauschimmelkäse funktioniert klassisch. Das Salz bringt die Süße darin erst richtig zur Geltung. Ebenso gut passt Malva Pudding, ein warmer, mit Aprikosenmarmelade getränkter Kuchen aus der Kapküche, dessen Karamellnoten den Honig im Glas aufnehmen.
Wichtig ist nur eine Regel, die in Constantia genauso gilt wie überall sonst. Der Wein im Glas muss süßer sein als das, was auf dem Teller liegt. Sonst wirkt selbst ein Vin de Constance neben einem zu süßen Dessert plötzlich dünn und sauer, obwohl er das im eigenen Glas nie wäre.