Rebsorten in der Region Paarl

Chenin & Pinotage

Rebsorten

Weisser Wein bestimmt hier die Fläche, und eine Sorte mehr als jede andere: Chenin Blanc. Viele Stöcke stehen als Buschreben ohne Draht und Pfahl in der Erde. Manche stehen so seit über vierzig Jahren, und weil sie nie bewässert wurden, treiben ihre Wurzeln tief in den verwitterten Granit. Aus dieser Not wird eine Tugend. Wenig Wasser bedeutet kleine, konzentrierte Beeren. Ein alter Chenin aus Paarl schmeckt nach Quitte, Honig und einer Spur Wachs, ganz anders als die schlanken, spritzigen Chenins, die man jung und gekühlt trinkt.

Bei den roten Trauben führt Pinotage, jene Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsaut, die es sonst nirgendwo auf der Welt in dieser Menge gibt. Jung riecht sie oft nach Banane und Lack. Dieser Geruch schreckt viele Trinker ab, wenn die Gärung zu heiss läuft. Gut gemacht, mit kühler Gärung und massvollem Holz, zeigt sie stattdessen dunkle Beeren, Rauch und einen erdigen Unterton, der an die Granitböden erinnert, aus denen sie kommt.

Wo im Osten der Simonsberg seinen Schatten wirft, liegt der Ward Simonsberg-Paarl. Dort wachsen aus flachem, steinigem Granitboden die dichtesten Rotweine des Distrikts: Cabernet Sauvignon und Shiraz mit viel Tannin und dunkler Frucht. Im Nordwesten, am Fuß des kahlen Paardebergs, liegt Voor-Paardeberg, trockener und windiger. Dort gedeihen Shiraz und Rhône-Sorten wie Grenache, die mit wenig Ertrag auskommen müssen. Beide Wards heissen nach Bergen und schmecken auch danach, karg und mineralisch.

Eine vierte Traube fällt in keine dieser Kategorien, weil man sie kaum trinkt, ohne dass sie gepresst und aufgespritet wurde: Hanepoot, wie der Muscat d'Alexandrie hier heisst. Aus ihr macht man süssen, bernsteinfarbenen Jerepigo und Muskadel. Getrocknet landet sie ausserdem als Rosine in den Fabriken rund um Paarl, die zu den grössten Verarbeitern von Trockenobst im Land zählen. Wenige Trauben verbinden Weinkeller und Obstplantage so direkt wie diese.

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