Rebsorten in der Region Stellenbosch

Pinotage & Cabernet

Rebsorten

Eine einzige, fast zufällige Kreuzung prägt bis heute den Ruf von Stellenbosch. Am 17. November 1924 bestäubte Abraham Izak Perold, Professor für Weinbau an der Universität Stellenbosch, von Hand eine Blüte der roten Sorte Cinsaut, hier lange Hermitage genannt, mit Pollen von Pinot Noir. Aus den Kernen zog er im Jahr darauf auf dem Versuchsgut Welgevallen die ersten Sämlinge. 1928 wechselte Perold zur KWV nach Paarl, und er vergaß die jungen Pflanzen im Garten seiner Dienstwohnung. Sie wären fast im Gestrüpp verschwunden, hätte sie nicht ein junger Assistent, Charlie Niehaus, bei einer Aufräumaktion entdeckt und gerettet.

Erst 1941 füllte C. T. de Waal das erste Fass mit dieser neuen Sorte. Ihr Name stand erst 1961 zum ersten Mal auf einem Etikett, dem eines Lanzerac Pinotage vom Jahrgang 1959. Er ist eine Abkürzung aus Pinot und dem alten Namen Hermitage. Heute steht Pinotage auf einem Zehntel der Rebfläche des Distrikts. Ihre Schale ist dick, ihr Tannin kräftig, und ihre Aromatik schwankt zwischen Pflaume, Rauch und, bei unsauberer Gärung, Banane und verbranntem Gummi.

Trotzdem ist nicht Pinotage die meistgepflanzte Rebsorte in Stellenbosch, sondern Cabernet Sauvignon. Die Hänge rund um Simonsberg, Helderberg und Jonkershoek gelten als eigenes kleines Bordeaux. Hier werden die Beeren kleiner und die Schalen dicker als in den wärmeren Ebenen weiter nördlich. Gerade deshalb trägt der Distrikt den Beinamen Kingdom of Cabernet.

Aus der Begegnung beider Sorten entstand ein drittes, typisch südafrikanisches Format: der Cape Blend. Eine feste Rezeptur gibt es nicht, nur eine Gewohnheit: Pinotage bildet meist dreißig bis siebzig Prozent der Mischung, ergänzt um Cabernet Sauvignon, Merlot oder Shiraz, gereift in französischen Barriques. Stellenbosch gilt als Geburtsort dieser Idee. Ende der Neunzigerjahre entstanden hier die ersten Cuvées, die bewusst mit diesem Namen warben.

Weiß bleibt kleiner, wächst aber. Chenin Blanc und Sauvignon Blanc stehen in den kühleren Lagen nahe der False Bay, wo salzige Meeresluft die Reife bremst. Ihr Anteil an den Neupflanzungen wächst seit Jahren, während die roten Sorten den Ruf des Distrikts weiter prägen.

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