Region & Geschichte in der Region Villány

Teleki bis Franc

Region & Geschichte

Ein Weinberg bei Nagyharsány birgt bis heute einen römischen Altarstein, tief unter der Erde vergraben. Er stand einst in der Gutsvilla eines Siedlers, der hier schon Reben pflanzte, lange bevor es ein Königreich Ungarn gab. Der Weinbau hielt sich über Jahrhunderte. Dann kamen die Osmanen, und für mehr als hundertfünfzig Jahre lag er am Boden: geduldet, aber misstrauisch beäugt, während Feldzüge Dörfer und Rebflächen gleich mehrfach verwüsteten.

Nach dem Rückzug der Türken kamen deutsche Siedler aus der Gegend um Fulda in die leergefallenen Dörfer. Die Einheimischen nennen ihre Nachfahren bis heute Stifolder. Sie brachten eine robuste blaue Rebsorte mit, den Kékoportó, auf Deutsch Blauer Portugieser, und gruben ihre Presshäuser tief in den weichen Löss der Hänge. Genau dieser Löss rettete den Weinbau ein zweites Mal. Der in Villány geborene Winzer Zsigmond Teleki kreuzte von 1881 an amerikanische Wildreben. So entstanden Unterlagsreben, auf die man die eigenen Sorten pfropfen konnte, ohne die Reblaus zu fürchten. Seine Kreuzung aus Berlandieri und Riparia rettete Villány, und dieselbe Unterlage wächst heute unter Weinbergen rund um die Welt.

Der Wohlstand hielt nicht lange. Nach 1945 vertrieb der neue ungarische Staat einen Großteil der Stifolder aus ihren Dörfern. Die Genossenschaften der sozialistischen Jahrzehnte pressten aus den verbliebenen Reben vor allem Massenware. Erst 1990, mit der Privatisierung, konnten Familienbetriebe wieder eigene Weine abfüllen und für den eigenen Namen einstehen. Was danach kam, zeigt eine einzige Zahl. Zwischen 1991 und 1997 ging der wichtigste ungarische Winzerpreis, Az Év Bortermelője, viermal nach Villány: an Ede Tiffán, Attila Gere, Zoltán Polgár und József Bock.

Den entscheidenden Satz schrieb ein Brite. Der Kritiker Michael Broadbent besuchte die Region im Jahr 2000 und urteilte im Magazin Decanter, Cabernet Franc habe hier seine wahre Heimat gefunden. Villány reagierte mit einem eigenen Gütesiegel. Seit 2006 dürfen nur geprüfte Weine der Sorte den Namen Villányi Franc tragen. Ein zwölfköpfiger Ausschuss verkostet jede Charge blind, gestaffelt in drei Stufen von Classicus bis Szuperprémium.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.