
Forelle & Ahorn
Wein & Essen
Frischer Fisch gehört an den Cayuga Lake wie der Wein selbst. Regenbogenforelle aus den kalten Tiefen der Seen, kurz in brauner Butter gebraten, ist das Gericht, an dem sich zeigt, warum die Region ihren trockenen Riesling so ernst nimmt. Die Säure schneidet durch die Butter, ohne den zarten Fisch zu erschlagen. Das Prinzip kennt man aus Deutschland. Dort funktioniert dieselbe Kombination seit Generationen.
Westlich des Seneca Lake liegt eines der größten Apfelanbaugebiete des Landes, und die Küche der Region nutzt das aus: Apfelkuchen mit Zimt, deftige Apfel-Zwiebel-Beilagen zu Schweinefleisch. Dazu passt ein halbtrockener Riesling mit gerade so viel Restsüße, dass er die Säure des Apfels auffängt, statt gegen sie anzukämpfen. Zu süß gewählt, wirkt der Wein neben dem Apfel plötzlich flach. Genau diese Balance suchen viele Winzer bewusst.
Zu Wild oder geräuchertem Schinken mit einer Glasur aus New Yorker Ahornsirup passt Cabernet Franc besser als jeder Riesling. Sein Pfeffer- und Kräuterton trifft sich mit dem Rauch, während die milde Süße des Sirups das schlanke Tannin abrundet. Das ist kein Zufall. Beide Zutaten, Wild und Ahornsirup, stammen aus derselben hügeligen Landschaft wie der Wein.
Zum Abschluss eines Abendessens in einem Gasthaus am Keuka Lake gehört Eiswein neben einen scharfen Blauschimmelkäse oder eine warme Apfeltarte. Die konzentrierte Süße und die hohe Säure des Weins halten dem Salz des Käses locker stand, ganz ohne dass einer der beiden gewinnt. Ein einfacheres, aber ebenso verlässliches Finale: Vanilleeis mit einem Schuss Eiswein direkt darüber.