
Steak trifft Cabernet
Wein & Essen
In Yountville steht ein unscheinbares Steinhaus. Es liegt keine zwei Kilometer von der Stelle entfernt, an der George Yount einst seine ersten Reben pflanzte, und stammt aus dem Jahr 1900. Erst war es eine Kneipe. In den Zwanzigerjahren wurde daraus eine französische Dampfwäscherei, daher der Name, den das Haus bis heute trägt: The French Laundry.
1978 eröffnete dort Sally Schmitt ein Restaurant. 1994 übernahm es der Koch Thomas Keller und machte daraus eines der bekanntesten Restaurants der USA. Seit 2007 trägt es drei Michelin-Sterne. Sein mehrgängiges Degustationsmenü gilt als Blaupause für das, was heute als Wine Country Cuisine bezeichnet wird: kleine, reich komponierte Gänge aus Zutaten, die oft aus dem eigenen Garten gleich gegenüber der Straße stammen.
Zu einem so kräftigen Cabernet passt vor allem Fett. Ein gegrilltes Stück Rind funktioniert deshalb fast immer, weil das Fett die Tannine umhüllt und weicher macht am Gaumen, während die Röststoffe vom Grill dieselben Vanille- und Rauchnoten spiegeln, die der Wein aus dem Eichenfass mitbringt. Zart geschmorte Kurzrippen wirken genauso. Auch ein Lammrücken passt aus demselben Grund.
Außerhalb der Erntezeit prägt das Tal etwas anderes. Zwischen den Rebzeilen blüht im Spätwinter wilder Senf leuchtend gelb, gesät, damit er Stickstoff in den Boden bringt und gleichzeitig Schädlinge fernhält. Für die Küchen der Region ist das kein Zufall. Es ist derselbe Gedanke wie beim Wein: Was aus der eigenen Erde kommt, kommt zuerst auf den Tisch, ob Traube, Walnuss oder Olivenöl aus den Hainen am Talrand.