Wein & Essen in der Region Sonoma

Käse & Krabbe

Wein & Essen

Sonoma isst, was in Sonoma wächst. Und das beginnt lange vor der Weinlese. Im Spätsommer ernten Obstbauern bei Sebastopol den Gravenstein, einen sauer-süßen Apfel, den Slow Food USA 2005 zum schützenswerten Kulturgut erklärte. Einst wuchsen sie auf rund 2.800 Hektar, heute sind es keine 370 mehr. Zu einer warmen Apfeltarte aus Gravensteinen passt paradoxerweise kein süßer Wein. Besser ein kühler, kaum ausgebauter Chardonnay. Seine Säure schneidet durch die Butter des Teigs.

Auf einer kleinen Farm bei Sebastopol begann 1979 auch eine andere Sonoma-Geschichte, Laura Chenel brachte dort französische Techniken der Ziegenkäseherstellung in die USA. Damit wurde sie zur Pionierin des amerikanischen Ziegenkäses. Ihr frischer, milder Chèvre verlangt nach einem knackigen Sauvignon Blanc, dessen Zitrus- und Stachelbeernoten den milden Käse aufhellen, statt ihn zu erschlagen. Diese Kombination, ursprünglich an der Loire erfunden, funktioniert in Sonoma genauso gut.

An der Küste bei Bodega Bay kommt im Winter die Dungeness-Krabbe an Land, ihr süßes, festes Fleisch verlangt nach wenig mehr als Butter und Zitrone. Dazu passt der oben beschriebene, im Holz gereifte Chardonnay aus dem Russian River Valley besonders gut. Seine buttrigen Röstnoten aus dem Fass spiegeln das Gericht fast eins zu eins, während seine Säure das reiche Krabbenfleisch trotzdem leicht hält. Wer stattdessen zu einem schweren Cabernet greift, erschlägt das zarte Fleisch komplett.

Zum Abschluss eines Sonoma-Menüs gehört fast immer Zinfandel, am liebsten zu geschmortem oder gegrilltem Fleisch von den Weiden zwischen den Reben. Die würzige, leicht pfeffrige Frucht des Weins hält gegen Rauch und Röstaromen mühelos dagegen. Der kräftige Alkohol trägt dabei auch fettere Saucen ohne Mühe, kein Wein aus Sonoma verlangt so unkompliziert nach einem vollen Teller wie dieser. Am Ende schmeckt der ganze Landkreis auf einem einzigen Tisch.

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