Getreide in der Region Finnischer Whisky

Reiner Roggen

Getreide

Finnischer Whisky beginnt fast immer beim Roggen, nicht bei der Gerste. Rund um Isokyrö, im westfinnischen Landstrich Pohjanmaa, wächst das Getreide, mit dem die Kyrö Distillery Company seit 2014 arbeitet. Es ist zu hundert Prozent gemälzter Roggen, für Whisky in Europa eine seltene Wahl. Die meisten Brennereien des Kontinents setzen auf Gerste oder mischen Roggen nur unter größere Anteile Mais oder Weizen.

Roggen gilt unter Brennern als schwierig. Das Korn verklebt beim Maischen leicht, und wer zu grob damit umgeht, verliert Ausbeute. Bei Kyrö mälzen die Brenner den Roggen selbst und filtern danach nichts heraus. Alle festen Bestandteile laufen mit durch Maische, Gärung und Destillation, damit möglichst viel vom kräftigen, leicht würzigen Roggengeschmack im Glas landet. Ihr erstes Produkt, ein ungereifter Roggenbrand namens „Juuri“, bestand schon 2014 aus diesem hundertprozentigen Roggenmalz.

In Lahti, im Süden des Landes, setzt die ältere Brennerei Teerenpeli dagegen auf die klassische Formel. Single Malt heißt dort wie anderswo gemälzte Gerste. Seit 2002 brennt die Familienbrennerei ihren Malt Whisky, seit 1994 gehört dazu schon die eigene Brauerei. 2008 verkaufte Alko mit dem fünf Jahre alten Teerenpeli Single Malt den ersten Whisky, der komplett in Finnland gewachsen, gemälzt, gebrannt und gereift war.

Damit ein Brand überhaupt Whisky heißen darf, muss er aus Getreide stammen und mindestens drei Jahre im Holzfass reifen. Das ist eine Grenze, an die sich auch Kyrö hält. Ob Roggen oder Gerste, das Prinzip bleibt gleich: Erst nach dieser Wartezeit darf das Etikett das Wort tragen, das in Finnland einmal ganz verboten war.

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