Malz & Torf in der Region Finnischer Whisky

Roggen statt Torf

Malz & Torf

Torfrauch, wie ihn schottische Islay-Whiskys tragen, sucht man bei finnischem Whisky meist vergeblich. Kyrö mälzt seinen Roggen, ohne ihn zu räuchern. Das Getreide wird gedarrt, also mit heißer Luft getrocknet, nicht mit Rauch durchzogen. Wer eine Flasche aus Isokyrö öffnet, riecht deshalb kein Lagerfeuer, sondern die würzige, leicht pfeffrige Note, die reiner Roggen mitbringt.

Ungewöhnlich ist trotzdem, wer hier überhaupt mälzt. Bei Kyrö übernehmen die Brenner diesen Schritt selbst, statt das Malz von einer externen Mälzerei zu kaufen. Viele größere Brennereien scheuen diesen Aufwand, weil Roggen beim Mälzen klebriger und launischer ist als Gerste. Nach dem Mälzen wird nichts herausgefiltert: Die ganze Maische, samt Schalen und Spelzen, läuft mit durch Gärung und Brennblase.

Unter dem Roggenfeld und dem Moor liegt in Finnland oft dieselbe Geschichte. Das Land zählt zu den torfreichsten der Welt, fast ein Drittel seiner Fläche ist Moor. Wo eine Brennerei Torf zum Räuchern nutzen wollte, müsste sie ihn also nicht importieren wie manches schottische Haus, sondern könnte ihn vor der eigenen Tür stechen.

Eine Ausnahme von der rauchfreien Regel gibt es doch. Im Kloster Valamo in Heinävesi, wo seit Juli 2014 gebrannt wird, entstehen sowohl torfrauchige als auch ungeräucherte Whiskys nebeneinander. Diese bewusste Doppelstrategie soll ein möglichst breites Geschmacksfeld abdecken, bevor die Fässer in alten Kirchenwein- oder Ex-Bourbon-Fässern reifen.

So bleibt der Geschmack in Finnland vor allem eine Frage des Korns, nicht des Rauchs. In Schottland ist oft der Torf das Erste, was ein Whisky verrät. Hier ist es der Roggen selbst – scharf, würzig, manchmal fast wie frisches Roggenbrot.

Grab dich durchSchicht antippen

Lebendes Torfmoos, wie es finnische Moore fast überall bedeckt.

Die Wurzel: Wächst zu neuem Torf heran und bindet Wasser wie ein Schwamm.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

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