
Kupfer & Roggen
Brennen
Bei Kyrö in Isokyrö stehen zwei kupferne Brennblasen. Eine fasst 9000 Liter und dient der ersten Destillation der Maische, eine kleinere mit 7000 Litern übernimmt den zweiten Durchgang. Zweifach gebrannt wird hier also wie in Schottland üblich, nur dass in den Kesseln reiner Roggen steckt, inklusive aller festen Bestandteile, die andere Brennereien vorher herausfiltern würden.
Die Brenner beschreiben ihr eigenes Verfahren gern als Mischung zweier Traditionen. Die amerikanische Idee, mit dem vollen Korn zu arbeiten, trifft auf die schottische Kupferbrennblase, statt auf die in den USA üblichen Column Stills. Diese Kombination soll möglichst viel vom kräftigen Roggengeschmack durch beide Brenndurchgänge retten.
Beim zweiten Brand trennen die Brenner den Lauf in drei Teile: Vorlauf, Mittelstück und Nachlauf. Nur das Mittelstück, das Herzstück, landet später im Fass, Vor- und Nachlauf gehen zurück in den nächsten Durchgang. Bei Roggen ist dieser Schnitt heikel, weil die festen Bestandteile im Kessel leichter anbrennen können als bei einer klaren Gerstenmaische.
Teerenpeli in Lahti begann kleiner. Von 2002 bis 2015 brannte die Familienbrennerei im Restaurant Taivaanranta, mit einer 1500-Liter- und einer 900-Liter-Blase mitten im Gastraum. Erst 2015 zog die Produktion in eine eigens gebaute Brennerei um, die heute mehr als 50.000 Liter Rohbrand im Jahr herstellt – für finnische Verhältnisse eine der größeren Anlagen.
So unterscheiden sich die beiden ältesten Namen des Landes vor allem in der Ausgangsware. Teerenpeli brennt nach klassischem Malt-Whisky-Muster, Kyrö nach eigenem Roggen-Rezept. Beide setzen aber auf dieselbe Grundform, die Kupferbrennblase, die die Finnen von den Schotten übernommen haben.