
Curry trifft Fass
Whisky & Essen
Goas Küche trägt noch die Handschrift der portugiesischen Kolonialzeit. Nirgendwo zeigt sich das deutlicher als im Vindaloo, scharfem Schweinefleisch in Essig und Chili geschmort. Der Essig schneidet durch jeden milden Whisky. Ein Paul John Classic Select Cask hält mit seiner Fassstärke und dem satten Eichenton dagegen, ohne von der Schärfe überrannt zu werden.
Neben dem scharfen Vindaloo kennt Goa auch die milde Seite seiner Küche. Xacuti ist ein Curry aus geröstetem Kokos und einer langen Liste Gewürze, serviert zu Huhn oder Fisch. Dazu passt Paul Johns fruchtigere Seite besser als Amruts Rauch. Die Kokosnote im Curry trifft auf Honig- und Melonenaromen im Glas, statt gegen Lagerfeuer anzukämpfen.
In Bangalore dagegen dominiert der Reis. Die Stadt hat einen eigenen Biryani-Stil, würziger und weniger safrangelb als der aus Hyderabad. Fleisch oder Gemüse garen darin lange mit dem Reis zusammen. Zu diesem Gewürzreichtum passt Amrut Fusion mit seinem schwarzen Pfeffer und der Karamellsüße, beide ziehen in dieselbe würzige Richtung, statt sich zu widersprechen.
Karnataka setzt daneben auf Ragi Mudde, gestampfte Kugeln aus Fingerhirse. Dort isst man sie zu scharfem Sambar, ein deftiges, erdiges Gegenstück zum Reisgericht. Ein torfiger Amrut Peated passt gut dazu, weil sein Rauch die erdige Hirse aufnimmt, statt sie zu überdecken. Ob Curry oder Hirse, indisches Essen und indischer Whisky sind in derselben Hitze gewachsen, das schmeckt man in jedem Glas dazu, egal ob auf der Hochebene oder an der Küste.