
Rauch trifft Frucht
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Gieß dir zuerst einen Amrut Fusion ein, eine Mischung aus indischer und importierter schottischer Gerste. Halte die Nase nur kurz über das Glas, der Alkohol sticht sonst schnell. Zitrus und schwarzer Pfeffer kommen sofort, dahinter ein Hauch Lagerfeuer und dunkles Karamell. Das wirkt viel dichter, als man es von einem noch jungen Whisky erwarten würde. Erst nach ein paar Atemzügen zeigt sich die ganze Tiefe des Glases.
Wer mehr Rauch sucht, greift zum Amrut Peated Cask Strength. Mit rund 62,8 Prozent Alkohol ist er deutlich stärker als die meisten Scotch-Standardabfüllungen. Bei dieser Stärke lohnt sich ein Schuss Wasser. Es geht dabei nicht darum, den Whisky zu verdünnen, sondern die Aromen zu öffnen, die sich sonst hinter dem Alkohol verstecken. Wer keine Cask-Strength-Abfüllung zur Hand hat, findet ähnliche Würze auch im normalen Amrut Peated.
Paul Johns Brilliance zeigt, wie anders Goa schmeckt. Guave, Honigmelone, Honig und Vanille stehen im Vordergrund. Die Schärfe bleibt zurückhaltend, der Gesamteindruck wirkt weicher und runder als bei Amrut. Zwischen beiden Häusern liegt eine ganze Bandbreite indischen Whiskys, von Bangalores Hitze bis zu Goas feuchter Küstenluft. Wer beide Whiskys nacheinander probiert, schmeckt den Unterschied zwischen Hochebene und Küste fast ohne nachzudenken.
Für den Einstieg reicht ein einfaches Nosingglas mit schmaler Öffnung. Es bündelt die Aromen, ohne den Alkohol zu sehr in die Nase zu treiben. Viele indische Single Malts reifen wärmer als ihre schottischen Vorbilder. Deshalb lohnt es sich, sie bei Zimmertemperatur statt eisgekühlt zu probieren, sonst verschwinden gerade die feineren Fruchtnoten. So bleibt vom Glas mehr übrig als nur der Alkohol.