Malz & Torf in der Region Bangalore & Goa

Torf aus Schottland

Malz & Torf

Torfmoore gibt es in Indien nicht, weder auf der Hochebene um Bangalore noch an der Küste von Goa. Was in Schottland vor der Haustür wächst, muss hier importiert werden, wenn ein Whisky überhaupt rauchig schmecken soll. Beide Brennereien mälzen zudem nicht selbst. Die Gerste kommt bereits gemälzt von kommerziellen Mälzereien an. Eine eigene Tenne, wie sie manche schottischen Häuser bis heute haben, sucht man hier vergeblich.

Für seinen Peated Single Malt lässt Amrut schottische Gerste bei Baird's Malt in Inverness mälzen. Dort wird sie auf 24 ppm eingeräuchert, den international gebräuchlichen Wert für den Phenolgehalt im fertigen Malz. Erst danach reist das fertige Malz die weite Strecke zurück nach Bangalore. Dort entsteht daraus ein Whisky mit Zitrusnoten, schwarzem Pfeffer und Lagerfeuerrauch, deutlich milder als ein Islay, aber unverkennbar da.

Paul John geht einen ähnlichen Weg. Für seine getorften Abfüllungen bezieht die Brennerei geräuchertes Malz aus Schottland, mit Torf von den Inseln. Der Großteil der Produktion beruht dagegen auf ungetorfter indischer Sechszeilen-Gerste. Der Rauch bleibt damit die Ausnahme, nicht die Regel, ein Werkzeug für einzelne Abfüllungen statt Grundcharakter des Hauses.

Eine eigene Mälzerei-Tradition, wie sie Speyside oder Islay prägt, konnte sich in Bangalore und Goa deshalb nie entwickeln. Was hier zählt, ist nicht der Torf im Boden. Entscheidend sind die Gerste selbst und das Klima, das ihr nach dem Brennen begegnet. Der Rauch bleibt eine Zutat aus der Ferne, kein Erbe des eigenen Bodens wie auf Islay.

Grab dich durchSchicht antippen

Feiner, von Flüssen abgelagerter Boden in Punjab und Haryana, in dem die Gerste im kühlen Winterhalbjahr rasch wächst.

Die Wurzel: Das schnelle Wachstum ist mitverantwortlich für die kleineren, eiweißreichen Körner der indischen Sechszeilen-Gerste.

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