Region & Geschichte in der Region Dublin & Leinster

Golden Triangle

Region & Geschichte

Um 1800 drehte sich in Dublin fast alles um Whiskey, mehr als 37 Brennereien standen in der Stadt. Sechs davon lagen dicht beieinander im Stadtteil der Liberties, der wegen des Reichtums bald „Golden Triangle“ hieß.

Vier Namen prägten die Szene. John Jameson brannte ab 1780 in der Bow Street. John Power und sein Sohn arbeiteten nur wenige Gehminuten entfernt, in der John's Lane. Am größten war George Roe: Seine Brennerei in der Thomas Street erstreckte sich über siebzehn Hektar. Sie stellte jährlich zwei Millionen Gallonen her, mehr als jede andere Brennerei der Welt.

Der Niedergang kam im 20. Jahrhundert Schritt für Schritt: Das US-Alkoholverbot nahm einen wichtigen Exportmarkt. Der Handelskrieg mit Großbritannien nach der Unabhängigkeit sperrte den nächsten Markt. Viele Brennereien konnten mit den günstigeren schottischen Blends nicht mehr mithalten. George Roes Brennerei in der Thomas Street schloss 1926, ihr leeres Gelände kaufte 1949 die Nachbarin: Guinness.

Was übrig blieb, schloss sich zusammen und verlagerte die Produktion aufs Land, nach Midleton in der Grafschaft Cork. Dublin selbst blieb jahrzehntelang ohne eigene Brennerei. Erst 2015 kehrte mit Teeling in der Newmarket wieder eine feste Adresse zurück. Es war die erste neue Brennerei der Stadt seit über 125 Jahren.

Weitere folgten: 2017 eröffnete die Pearse Lyons Distillery in einer alten Kirche. 2019 kam die Dublin Liberties Distillery in einer vierhundert Jahre alten Mühle dazu. Im selben Jahr eröffnete auch Roe & Co, benannt nach George Roe und untergebracht im früheren Guinness-Kraftwerk an der Thomas Street. Das liegt nur wenige Schritte von der alten Adresse entfernt. Im Landesinneren, in der Provinz Leinster, war die Geschichte ruhiger. Kilbeggan in der Grafschaft Westmeath und die jüngere Cooley Distillery in der Grafschaft Louth hielten das Handwerk am Laufen. Dublin bekam trotzdem lange die meisten Schlagzeilen.

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