
Malz ohne Rauch
Malz & Torf
Torfrauch, wie ihn viele mit Whisky verbinden, sucht man in Nordirland fast vergeblich. Das Irish Whiskey Technical File schreibt für Pot Still Whiskey ausdrücklich ungeräuchertes Malz vor. Auch die Malt-Whiskeys aus Bushmills werden traditionell ohne Torf gedarrt. Wer hier nach dem rauchigen Ton sucht, den man von der schottischen Westküste kennt, wird nicht fündig.
Echlinville geht dabei einen Schritt zurück in die Handwerksgeschichte. Ein Teil des Malzes entsteht dort noch auf der eigenen Tenne, der traditionellen Mälzerei-Fläche. Dort wird die Gerste von Hand gewendet, bis sie keimt und genug Stärke in Zucker umgewandelt hat. Das ist langsamer und teurer als eine moderne Mälzerei. Dafür behält die Brennerei die Kontrolle über jedes Korn, vom Feld bis zur Darre.
Ohne Rauch muss der Charakter woanders herkommen: aus der Gerste selbst, aus der Hefe und später aus dem Fass. Das Malz gibt vor allem Süße mit, dazu ein getreidiges, fast brotiges Aroma. Genau das bildet die Basis für den späteren Geschmack von Bushmills, Hinch oder Dunville's. Den Nebel, der andere Regionen prägt, gibt es hier nicht.
Die Gerste dafür wächst oft nur wenige Kilometer entfernt, auf dem fruchtbaren Lehm über dem Basalt der Region. Gute Braugerste braucht vor allem ein gleichmäßiges Wachstum, ohne lange Hitzestress-Phasen. Genau das liefert das milde, feuchte Klima der Causeway Coast zuverlässig Jahr für Jahr. Auch das gehört zum eigenen Charakter der Region, der ganz ohne Torfrauch auskommt und trotzdem unverwechselbar bleibt.
Fruchtbarer Lehm über vulkanischem Grund, in dem die Braugerste für die Mälzerei wächst.
Die Wurzel: Gibt der Gerste die Kraft für kräftige, gut lösliche Körner.