
Dreifach durch Kupfer
Brennen
Bushmills brennt seinen Malt Whiskey dreifach, in traditionellen kupfernen Pot Stills. Ihre Form ist seit drei Jahrhunderten praktisch unverändert und dient sogar als Logo der Marke. Der dritte Brenndurchgang macht den Rohbrand feiner und leichter als ein zweifach gebrannter Whisky. Das kostet allerdings mehr Zeit und mehr Energie je Liter fertigen Whiskeys. Hohe, schlanke Blasenhälse begünstigen dabei einen leichteren, reineren Charakter.
Jede Blase hat ihre eigene Aufgabe: Die erste trennt Alkohol grob vom Bier, die zweite konzentriert ihn weiter. Die dritte Blase trifft am Ende die eigentliche Entscheidung. Der Brennmeister schneidet dabei den Mittellauf heraus, den Teil des Laufs, der weder zu roh noch zu schwer schmeckt. Genau dieser Schnitt entscheidet über Stil und Qualität des späteren Whiskeys.
Als Echlinville 2013 die erste neue Brennlizenz Nordirlands seit über 125 Jahren bekommt, ist das ein historischer Moment. Der erste Tropfen läuft aus den neuen Kupferblasen. Am 5. August desselben Jahres füllt sich dort das erste Fass, mit Rohbrand aus eigenem Getreide vom hofeigenen Feld. Das Getreide dafür stammt von den eigenen Feldern der Brennerei.
Bei Hinch in Ballynahinch bringt der erste Brennmeister sein Handwerk direkt aus Bushmills mit. Dort hat er es gelernt, bevor er in Schottland weitergearbeitet hat. So wandert das Wissen um Kupfer, Schnitt und Geduld zwischen den alten und den neuen Häusern der Region hin und her. Verloren geht dabei nichts. Beide Häuser zeigen, dass alte Handwerkskunst und neue Brennlizenzen zusammenpassen.