Region & Geschichte in der Region Kansai

Torii und Taketsuru

Region & Geschichte

1923 suchte Shinjiro Torii, Gründer der Firma Kotobukiya, einen Ort für Japans erste Anlage für ernsthaften Malt Whisky. Er fand ihn im Tal von Yamazaki, wo die Flüsse Katsura, Uji und Kizu zusammenfließen. Schon im 16. Jahrhundert hatte der Teemeister Sen no Rikyu dort ein Teehaus gebaut, weil das weiche Quellwasser als besonders gut galt. Dieses Wasser, bis heute Rikyu-no-mizu genannt, gab für Torii den Ausschlag.

Für die Technik holte er Masataka Taketsuru, den einzigen Japaner mit einer Ausbildung in schottischen Brennereien. Die Firma Settsu Shuzo hatte ihn Jahre zuvor nach Glasgow geschickt, um Chemie und Brennhandwerk zu lernen. Torii machte ihn zum ersten Betriebsleiter der Anlage, die im November 1924 fertig wurde. Zwei Männer mit unterschiedlichen Vorstellungen standen damit an derselben Blase: Taketsuru wollte den schottischen Stil treffen, Torii einen Geschmack für den japanischen Gaumen.

1929 kam mit Suntory Shirofuda der erste Whisky aus Yamazaki auf den Markt. Er verkaufte sich schlecht, denn der Rauchton war den Kunden zu fremd. Torii machte die Rezeptur in den folgenden Jahren milder und baute die Brennerei aus, mit neuen Brennblasen und mehr Lagerhäusern am selben Standort.

Ein zweiter Wendepunkt kam 2021: Weil im Ausland abgefüllter Importwhisky als „Japanischer Whisky" verkauft wurde, legte die Branchenvereinigung JSLMA einen Standard fest. Nur wer in Japan maischt, vergärt, brennt, mindestens drei Jahre in Holzfässern lagert und abfüllt, darf die Bezeichnung noch tragen. Yamazaki erfüllte das längst, bevor es aufgeschrieben wurde.

Heute zählt die Brennerei zu den meistbesuchten Japans, ihre Flaschen stehen von Kyoto bis New York in den Regalen. Suntory führt Yamazaki als sein ältestes Haus, gebrannt wird noch immer am Fuß des Tennozan, auf dem Gelände, auf dem Torii und Taketsuru 1923 begannen.

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