
Malz aus Schottland
Getreide
Yamazaki brennt ausschließlich aus gemälzter Gerste, nichts anderem. Das unterscheidet die Brennerei von schottischen Grain-Anlagen, die auch Mais oder Weizen verarbeiten, und macht jede Flasche zu einem Single Malt im wörtlichen Sinn: ein Getreide, eine Brennerei.
Die Gerste selbst wächst kaum in der Region. Japan hat kein Klima, das im großen Stil für Braugerste taugt, deshalb kauft Suntory fertig gemälztes Korn bei schottischen Mälzereien ein, sowohl torfig geräuchertes als auch ungeräuchertes. Aus diesem Einkauf entsteht die Vielfalt, mit der die Blender später arbeiten.
Im Sudhaus wird das Malz geschrotet und mit heißem Wasser aus der Region zur Maische verrührt. Die Zuckerlösung, die dabei entsteht, läuft in hölzerne und stählerne Gärbottiche, wo Hefe sie in wenigen Tagen zu einer schwachen, bierähnlichen Flüssigkeit vergärt, der Grundlage für die Brennblasen.
Der Standard der Branchenvereinigung JSLMA schreibt seit 2021 vor, dass diese Maische aus gemälztem Getreide bestehen und in Japan vergoren werden muss. Nur Wasser und Hefe dürfen dabei helfen, Zusatzstoffe sind ausgeschlossen. Auch das trennt echten japanischen Whisky von Importware, die im Ausland gebraut und nur in Japan abgefüllt wurde.
Für Blends wie Hibiki mischt Suntory zusätzlich Getreide-Whisky aus einer anderen eigenen Anlage bei, gebrannt vor allem aus Mais. Yamazaki selbst, keine Autostunde von Osaka entfernt, liefert dafür nur den Malt-Anteil und bleibt bei seiner einen Zutat: gemälzter Gerste, nichts weiter. Diese Beschränkung auf ein einziges Getreide macht die Brennerei zu einem festen Bezugspunkt, an dem sich jede Verschnitt-Entscheidung der Blender orientiert.