
Sake und Whisky
Region & Geschichte
In Koriyama braut eine Familie seit 1710 Sake, zuerst am Ufer des Inawashiro-Sees, ab 1765 mitten in der Stadt. Der Betrieb heißt Sasanokawa Shuzo, und mit Whisky hatte er fast zwei Jahrhunderte lang nichts zu tun.
Das änderte sich 1946: Als erste Brennerei in ganz Tohoku bekam Sasanokawa mitten in den harten Nachkriegsjahren eine Lizenz zum Whiskybrennen. Berühmt wurde die Firma damit trotzdem nicht sofort, sondern erst in den 1980ern, mit einem „Cherry Whisky" aus importiertem Scotch und Melasse. Im Norden Japans kannte ihn jeder als „the northern Cherry", ein Verkaufsschlager über Jahre.
Echter Malt Whisky kam erst viel später. 2014 stellte Sasanokawa die Linie Yamazakura vor, benannt nach Berg, yama, und Kirschblüte, sakura. Zwei Jahre danach, im Winter 2016, baute die Familie zum 250. Firmenjubiläum ein historisches Lehmgebäude zur Asaka Distillery um. Der Name stammt von der Ebene, auf der Koriyama liegt, der Asaka-Ebene.
Während die Sake-Familie umbaute, hatte Nikka in Miyagi längst gebaut. 1969 ließ Masataka Taketsuru dort seine zweite Brennerei errichten, in einem Waldtal westlich von Sendai, das man „Mori no Miyako" nennt, Stadt der Bäume. Entschieden hatte er sich, nachdem er Whisky mit Wasser aus dem Fluss Nikkawa verkostet hatte. Yoichi auf Hokkaido gab es da schon, Miyagikyo sollte einen weicheren, anderen Charakter bringen.
Heute stehen beide Häuser für zwei verschiedene Wege durch dieselbe Region. Nikka füllt seit über fünfzig Jahren Lagerhäuser, Sasanokawa erst seit wenigen Jahren wieder eigenes Malz. Zwischen Sendai und Koriyama liegt so die ganze Spanne japanischen Whiskys, vom jungen Familienbetrieb bis zum großen Konzern mit eigener Geschichte.