
Sturm, Salz, Quelle
Wasser & Klima
Kilbride Stream heißt der Bach, der Laphroaig mit Wasser versorgt. Er ist ein torfig gefärbtes Rinnsal, das über Moor und Heide läuft, bevor es die Brennerei erreicht. Jede Brennerei der Insel hat dabei ihre eigene Quelle. Bruichladdich etwa holt Maischwasser aus dem hauseigenen Loch, kühlt mit einem Bach und füllt mit Quellwasser aus Octomore ab. Das macht drei verschiedene Wasser für drei verschiedene Schritte.
Bowmore liegt direkt am Loch Indaal, einem Meeresarm, der tief in die Insel schneidet. Das Dorf und seine Brennerei wachsen praktisch aus dem Wasser. Das erste Fasslager der Brennerei liegt sogar unter dem Meeresspiegel, seine Außenwand grenzt direkt an den Loch. Wer dort durch die Lager geht, hört das Wasser fast mehr, als er es sieht.
Unter der torfigen Grasnarbe wechselt der Untergrund von Kalkstein zu Schiefer, je nach Teil der Insel. Wasser, das durch Kalkstein sickert, nimmt Mineralien auf und wird härter. Wasser aus Torf und Schiefer dagegen bleibt weicher und dunkler gefärbt. Für den Geschmack macht das einen echten Unterschied, auch wenn ihn die wenigsten Trinker bewusst herausschmecken.
Das Klima ist mild und feucht, mit ständigem Wind vom Atlantik und Stürmen, die salzige Gischt kilometerweit ins Land tragen. Genau dieses Klima sorgt dafür, dass auf Islay weniger Whisky verdunstet als anderswo in Schottland. Bei Bowmore liegt der jährliche Schwund, der sogenannte Angel's Share, bei nur etwa 1 bis 1,5 Prozent. Andere Lager im Land verlieren dagegen näher an 2 Prozent. Was verdunstet, riecht nach Meer, sagen zumindest die Brennereiarbeiter, die täglich daran vorbeigehen.