
Herzhaft trifft Leicht
Whisky & Essen
Süß, schwer, voller Rosinen: So kommt der Selkirk Bannock auf den Tisch. Das Traditionsgebäck der Scottish Borders wurde 1859 erfunden. Der Überlieferung nach war es das Einzige, das Queen Victoria 1867 bei ihrem Besuch bei Sir Walter Scott aß.
Zu seiner buttrigen Süße passt Auchentoshan 12 mit seiner honigsüßen Vanille und den Bananennoten gut. Ein torfiger Whisky würde das feine Gebäck dagegen nur erschlagen.
Der Border Tart aus Eyemouth an der Ostküste ist eine Mürbeteig-Tarte mit Fruchtfüllung und Gitterdeckel. In Glenkinchies Zitronenschale und Apfelblüte findet er ein natürliches Gegenstück, beides zitrusfrisch und nie schwer.
Weiter im Süden, um Wigtown und Galloway, prägen Wild und Rindfleisch von den Weiden die Küche. Dazu kommt ein Ruf für Käse und Eis aus der Region. Zu kräftigem Wild passt Bladnochs grasige Süße besser, als man erwarten würde, sie schneidet durch das Fett, ohne selbst schwer zu wirken.
An der Küste bei Eyemouth gehört Fish and Chips zum Alltag, ein einfaches Gericht. Ein leichter Lowland-Dram mit etwas Wasser passt dazu besser als ein hochprozentiger Fassstärke-Whisky, der die zarte Panade überdecken würde.
Egal ob süßes Gebäck, herzhafte Tarte oder Fisch aus dem Meer vor Eyemouth: In den Lowlands begleitet der Whisky das Essen, statt es zu überstimmen. Genau das unterscheidet die Küche der Region vom rauchigen Abschiedsdram, mit dem mancher Abend auf Islay endet.
So bleibt ein Grundsatz für die ganze Region: Gebäck, Tarte oder Fisch, immer trifft ein leichter, blumiger Dram auf ebenso leichtes Essen, nie auf die Wucht eines Torf-Whiskys.