
Leicht, blumig, grasig
Verkosten
Wer eine Lowland-Verkostung mit einem Islay-Torfmonster beginnt, riecht danach nichts anderes mehr. Deshalb gehören Auchentoshan, Glenkinchie und Bladnoch an den Anfang eines Tastings, nie ans Ende.
Auchentoshan 12 zeigt in der Nase tropische Frucht und honigsüße Vanille, dazu Nüsse und eine feine Würze. Am Gaumen kommen Mandarine, Karamell und Getreide dazu, mit einer leicht öligen Textur, die von der dritten Destillation stammt. Diese Textur gilt vielen als Markenzeichen der Brennerei.
Glenkinchie 12, auch als „Edinburgh Malt“ bekannt, ist heller und grasiger. Apfelblüte, Honig, Zitronenschale und ein Hauch Keks bestimmen die Nase, dazu die sanfte Süße, die seine großen Brennblasen mitbringen. Er kommt mit 43 Prozent Alkohol aus der Flasche, mild genug für den Einstieg.
Bladnoch bleibt seinem Ruf treu: grasig und süß, mit Kernobst und Blüten in der Nase. Im Abgang kommen ein Hauch Schokolade und Toffee dazu, ein Spirit, der von der Weite Gallowayer Weiden mehr erzählt als von Rauch.
Für den Einstieg reicht ein einfaches Nosingglas und Zimmertemperatur, mehr braucht es nicht. Wer die feinen Blüten- und Grasnoten öffnen will, gibt ein paar Tropfen stilles Wasser dazu. Eis gehört nicht ins Glas, es würde die zarten Aromen nur betäuben.
Auch die Reihenfolge innerhalb der Region lohnt sich. Erst Bladnoch mit seiner Fruchtigkeit, dann Glenkinchie mit seiner Kekswürze, zuletzt Auchentoshan mit seiner öligen Fülle aus der Dreifachdestillation. So steigert sich die Verkostung Schritt für Schritt.
So verschieden die drei Malts im Detail schmecken, ihre Familienähnlichkeit bleibt hörbar: leicht in der Textur, nie aufdringlich in der Nase, immer eher Wiese als Rauchfass.