Region & Geschichte in der Region Lowlands

Kornfeld & Kollaps

Region & Geschichte

Zwischen Greenock am Firth of Clyde und Dundee an der Nordsee verläuft eine unsichtbare Grenze, die Highland Line. Alles südlich davon zählt zu den Lowlands, so legen es die Scotch Whisky Regulations 2009 amtlich fest. Anders als bei den Bergregionen im Norden ist diese Grenze reine Verwaltungssache, keine Wasserscheide, kein Gebirgszug. Nur eine Linie auf dem Papier, die trotzdem entscheidet, welches Etikett eine Brennerei tragen darf.

Auchentoshan bei Clydebank wurde 1823 lizenziert, Bladnoch am gleichnamigen Fluss 1817 von den Brüdern John und Thomas McClelland gegründet. Glenkinchie folgte 1837 im fruchtbaren East Lothian. Drei Namen, die überstanden, woran fast der ganze Rest der Region zugrunde ging: das zwanzigste Jahrhundert mit seinen Steuern, Kriegen und Fusionswellen.

Um 1990 war von der einst dichten Brennerlandschaft kaum noch etwas übrig. Rosebank in Falkirk schloss 1993 endgültig, bis heute einer der am meisten vermissten Namen der Szene. Bladnoch erging es kaum besser: Der nordirische Unternehmer Raymond Armstrong rettete die Anlage 1994 vor dem Zerfall. Erst im Jahr 2000 lief wieder Spirit aus der Brennblase, 2009 stand sie erneut still, 2014 ging sie in Liquidation.

Am Ende blieben nur Auchentoshan und Glenkinchie als durchgehend arbeitende Malt-Brennereien übrig, zwei gegen den Rest Schottlands. Wer in den Neunzigern über die Lowlands schrieb, meinte oft dasselbe: bald gar keine mehr.

Seit 2010 hat sich das Bild gedreht, aus drei aktiven Malt-Brennereien wurden mehr als zwanzig. Daftmill und Kingsbarns eröffneten in Fife, 2016 kamen InchDairnie und Lindores Abbey dazu. 2017 folgte Clydeside am Glasgower Flussufer, 2018 die Borders Distillery in Hawick. Auch Rosebank wird gerade wiederbelebt, mehr als ein Dutzend weitere Projekte sind im Bau oder in Planung.

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