
Gerste, Roggen, Gesetz
Getreide
Auch in Schweden bildet Gerste die Grundlage für Single Malt. Woher sie kommt, unterscheidet die vier Häuser aber deutlich, denn Mackmyra vermälzt einen Teil seiner Gerste selbst. Angebaut wird sie auf schwedischen Feldern, meist im milderen Süden des Landes. Das ist ungewöhnlich: Die meisten Brennereien der Welt kaufen fertiges Malz von Großmälzereien zu. Mackmyra mälzt dagegen direkt neben der eigenen Destille, vom Einweichen bis zum Darren.
Anders als in Schottland gehört Roggen in Schweden fest zum Alltag, auf dem Frühstückstisch als Brot, und auf Hven inzwischen auch in der Brennblase. Die Inselbrennerei Spirit of Hven brennt mit dem Hvenus Rye einen eigenen Roggenwhiskey. Er entsteht überwiegend aus Roggenmalz statt aus Gerste. Diese Kombination ist in Nordeuropa selten. Sie zeigt, wie unterschiedlich die vier schwedischen Häuser ihr Getreide wählen, obwohl sie im selben kleinen Land stehen.
Bei der Maische braucht schwedisches Wasser wenig Nachhilfe. Es ist weich, weil es durch Granit und Gneis sickert statt durch Kalkstein. Kalkstein ist der Fels, der große Teile Schottlands und Irlands prägt. Weiches Wasser löst weniger Mineralien und hält die Maische klarer im Geschmack, sodass der Malzcharakter stärker durchkommt.
Eine eigene gesetzliche Vorgabe, wie viel Gerste oder Roggen ein schwedischer Whisky enthalten muss, gibt es nicht. Die Brennereien folgen stattdessen der allgemeinen EU-Regel für Whisky. Das Getreide muss vollständig vergoren und destilliert werden. Nur so steht am Ende Whisky im Glas und kein aromatisierter Neutralalkohol.