
Grube, Torf, Wacholder
Malz & Torf
Auf Islay ist Torf überall. In Schweden ist er nicht selbstverständlich, aber er kommt vor, nur anders. Mackmyra ist eine der wenigen Brennereien weltweit, die ihr eigenes Malz selbst herstellt. Die Gerste wird direkt neben der Destille in Gävle eingeweicht und zum Keimen gebracht. Anschließend trocknet sie über der Darre, statt als fertiges Malz von einer Großmälzerei zugekauft zu werden.
Für die rauchige Linie Svensk Rök wird ein Teil dieser Gerste über Torf getrocknet. Der Torf stammt aus dem nahen Moor Karinmossen und wird nicht importiert. Zum Torffeuer kommen frisch geschnittene Wacholderzweige, auf Schwedisch enris. Sie werden während der etwa 36 Stunden langen Darrung alle vier Stunden nachgelegt. Der Rauch zieht so durch das feuchte Malz und riecht anders als der reine Moorrauch von Islay. Er wirkt harziger, mit einer grünen, fast nadelholzartigen Note vom Wacholder.
Am Ende mischt Mackmyra für Svensk Rök etwa siebzig Prozent torfig gedarrtes Malz mit dreißig Prozent unbehandeltem, ungetorftem Malz. Der unbehandelte Anteil steuert eigene Milde bei und federt die Rauchspitze ab.
Ganz anders arbeitet Smögen an der Westküste. Die kleine Brennerei setzt auf extrem stark getorftes Malz, mit einem Phenolwert von 96,9 ppm. Das ist einer der höchsten Werte, die eine Brennerei in Europa überhaupt verwendet. Er liegt deutlich über dem, was selbst kräftige Islay-Whiskys meist erreichen. High Coast und Hven wiederum zeigen, dass Torf in Schweden kein Muss ist. Beide Häuser lassen Malzwahl und Rauchgrad offen. Sie lassen lieber den unrauchigen Malzcharakter für sich sprechen, statt jede Abfüllung über den Kamm des Torfs zu scheren.
Lebendes Sphagnum-Moos, das ständig nachwächst und den Torf darunter schützt.
Die Wurzel: Wird vor dem Stich abgetragen und bleibt liegen, damit das Moor weiterwächst.