Region & Geschichte in der Region Pazifischer Nordwesten

Ein neues Gesetz

Region & Geschichte

Steve McCarthy stellte 1985 in Portland seine erste Brennblase auf und brannte Schnaps aus Birnen vom eigenen Hof. Amerikanischer Single Malt war damals noch kein Begriff. Seine Clear Creek Distillery gilt heute als eine der ersten handwerklichen Brennereien des Landes.

Ganz an diesem Ort steht die Brennerei heute nicht mehr. 2014 kaufte Hood River Distillers das Unternehmen. Es verlegte den Betrieb an den Columbia River, sechzig Meilen östlich von Portland. Wer die alte Adresse in Portland sucht, findet dort keine Fässer mehr, nur die Geschichte eines Pioniers.

Ein Vierteljahrhundert nach McCarthy kam die nächste Generation. Matt Hofmann und Emerson Lamb gründeten 2010 im Industrieviertel SoDo in Seattle die Westland Distillery. Ab Juni 2011 brannten sie die ersten Fässer.

Ihr Ziel war ein Whiskey, der nach der Region schmeckt und nicht nach Schottland. 2017 kaufte sich mit Rémy Cointreau ein großer französischer Spirituosenkonzern in dieses Vorhaben ein.

Am Wasser von Seattle entstand kurz darauf Copperworks. Der Name geht auf die kupfernen Brennblasen zurück, die eigens für Malt Whiskey gebaut wurden. 2018 kürte das American Distilling Institute die junge Brennerei zur Distillery of the Year. Das zeigte, wie schnell die Szene der Stadt reifte.

In Portland gründeten Christian Krogstad und Thomas Mooney 2004 ihre eigene Brennerei, die heute als Westward Whiskey firmiert. Den größten Wendepunkt der jungen Geschichte brachte aber kein einzelner Gründer, sondern ein Bundesgesetz. Seit dem 19. Januar 2025 legt die US-Steuerbehörde TTB erstmals fest, was sich American Single Malt Whisky nennen darf. Betriebe wie Westland, Copperworks und Westward hatten genau diese Regel jahrelang gefordert.

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