Espresso Martini

Kaffee mit Schwung

Espresso Martini

Der Espresso Martini verbindet Wodka mit frischem Espresso und Kaffeelikör und entstand erst 1983 in London. Trotz seines Namens hat er mit einem klassischen Martini nur das Glas gemeinsam. Diese Station zeigt seine Geschichte und das Rezept, mit dem die charakteristische Schaumkrone gelingt.

Wie der Espresso Martini 1983 entstand

Der britische Barkeeper Dick Bradsell gilt als Erfinder des Espresso Martini. Der Legende nach bat ihn in einer Londoner Bar ein Model um einen Drink, der sie wach macht und trotzdem betrunken. Bradsell mischte daraufhin Wodka, frisch gebrühten Espresso, Kaffeelikör und etwas Zuckersirup und schüttelte alles kräftig mit Eis.

Ursprünglich nannte Bradsell seine Kreation schlicht „Vodka Espresso“. Erst später setzte sich der heute gebräuchliche Name Espresso Martini durch, obwohl der Drink weder Wermut noch die klassische Martini-Technik verwendet. Geblieben ist nur die Form: serviert wird er im typischen Martiniglas.

Warum kräftiges Schütteln hier entscheidend ist

Anders als beim Vodka Martini kommt es beim Espresso Martini gerade auf besonders kräftiges, langes Schütteln an. Erst dadurch entsteht die feine, hellbraune Schaumkrone auf der Oberfläche, die den Drink optisch von anderen Kaffee-Cocktails unterscheidet. Der Schaum stammt allein von den natürlichen Ölen des Espressos, ganz ohne Sahne oder Eiweiß.

Wird nur kurz geschüttelt, bleibt die Schaumschicht dünn und verschwindet schnell, der Drink wirkt dann eher flach. Barkeeper schütteln deshalb oft deutlich länger als bei anderen Cocktails, teils zwölf bis fünfzehn Sekunden am Stück, bis sich sichtbar eine stabile Schicht auf der Oberfläche bildet.

Das Rezept in cl

Für einen Espresso Martini werden 5 cl Wodka, 2 cl Kaffeelikör und 3 cl frisch gebrühter, abgekühlter Espresso mit reichlich Eis im Shaker sehr kräftig geschüttelt. Wer es süßer mag, ergänzt einen halben Zentiliter Zuckersirup. Danach wird die Mischung durch ein feines Sieb in ein gekühltes Martiniglas abgeseiht.

Zur Garnitur gehören klassisch drei ganze Kaffeebohnen, die mittig auf dem Schaum schwimmen. Sie stehen symbolisch für Gesundheit, Wohlstand und Glück, eine alte Bartradition, die viele Gäste bis heute kennen. Wichtig ist frisch gebrühter, bereits abgekühlter Espresso, da heißer Kaffee das Eis im Shaker zu schnell schmelzen lässt.

Ein Drink für den späten Abend

Der Espresso Martini wird häufig gegen Ende eines Abends bestellt, wenn ein Espresso nach dem Essen und ein letzter Cocktail eigentlich in Konkurrenz stünden. Der Drink löst diesen Konflikt, indem er beides in einem Glas verbindet, Koffein und Alkohol gleichzeitig.

In den 2010er- und 2020er-Jahren erlebte der Espresso Martini eine regelrechte Renaissance und zählt inzwischen weltweit zu den meistbestellten Cocktails überhaupt. Viele Bars bieten heute eigene Varianten an, etwa mit Karamellsirup oder aromatisiertem Kaffeelikör, ohne die Grundstruktur aus Wodka, Espresso und Kaffeelikör zu verändern.

Espresso Martini ohne Espressomaschine

Nicht jede Hausbar besitzt eine Espressomaschine, trotzdem lässt sich der Drink zu Hause mixen. Starker, kalt gebrühter Filterkaffee oder in wenig heißem Wasser aufgelöstes Instant-Espressopulver ersetzen den klassischen Espresso weitgehend, solange die Menge stimmt und der Kaffee kräftig genug ist.

Wichtig bleibt in jedem Fall, dass der Kaffee kalt in den Shaker kommt, damit das Eis nicht vorzeitig schmilzt und der Drink am Ende zu wässrig wird. Wer regelmäßig Espresso Martinis mixt, lohnt trotzdem eine kleine Siebträger- oder Kapselmaschine, weil frischer Espresso spürbar mehr Schaum und Aroma bringt.

Wer auf Koffein am späten Abend verzichten möchte, kann entkoffeinierten Espresso verwenden, ohne dass sich Geschmack oder Schaum merklich verändern. Nur beim Espresso selbst zu sparen, etwa durch stark verdünnten Filterkaffee, schwächt dagegen sowohl den Geschmack als auch die charakteristische Crema deutlich ab. Auch die Wahl des Kaffeelikörs beeinflusst die Schaumbildung: Ein dickflüssigerer, zuckerreicherer Likör stabilisiert den Schaum meist etwas länger als eine dünnflüssige, trockene Variante.

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