
Süße Sommerklassiker
Sex on the Beach & Screwdriver
Sex on the Beach und Screwdriver zeigen, wie einfach Wodka-Cocktails sein können: nur Saft, etwas Likör und Eis. Beide entstanden in den USA und leben von fruchtiger Süße statt komplexer Technik. Diese Station erklärt ihre Geschichte und beide Rezepte in cl.
Der Screwdriver: Wodka und Orangensaft
Kaum ein Wodka-Drink kommt mit weniger Zutaten aus als der Screwdriver: nur Wodka und Orangensaft über Eis. Zur Herkunft des Namens kursiert eine bekannte, aber nicht sicher belegte Geschichte: Amerikanische Ölarbeiter im Nahen Osten sollen ihren Wodka direkt in Orangensaftdosen gemischt und mit dem nächstbesten Werkzeug verrührt haben, einem Schraubenzieher.
Belegt ist diese Anekdote nicht zweifelsfrei, sie gehört eher zu den vielen Bar-Legenden rund um einfache Drinks. Sicher ist dagegen, dass der Screwdriver seit Mitte des 20. Jahrhunderts zu den bekanntesten Wodka-Cocktails der USA zählt, gerade weil er ohne Shaker und ohne besondere Zutaten auskommt.
Sex on the Beach: eine Marketingidee aus Florida
Sex on the Beach entstand in den 1980er-Jahren in Florida und wird häufig dem Barkeeper Ted Pizio zugeschrieben, der 1987 im Nachtclub Confetti’s in Fort Lauderdale arbeitete. Der Drink war Teil eines Werbewettbewerbs eines Getränkeherstellers, der während der Frühjahrsferien mehr Pfirsichlikör verkaufen wollte.
Der auffällige Name war dabei bewusst gewählt, um bei jungen Partygästen im Ferienort im Gedächtnis zu bleiben, ganz im Sinne der Werbeaktion. Der fruchtige, wenig alkoholisch wirkende Geschmack passte perfekt zu warmen Stränden und Cocktailpartys und verbreitete sich von dort schnell über die gesamten USA.
Beide Rezepte in cl
Ein Screwdriver braucht nur 5 cl Wodka und rund 10 bis 12 cl frischen Orangensaft, direkt über Eiswürfel in ein hohes Glas gegeben und kurz umgerührt. Kein Shaker, kein Sieb, keine weiteren Zutaten. Als Garnitur genügt eine Orangenscheibe am Glasrand.
Für Sex on the Beach werden 4 cl Wodka, 2 cl Pfirsichlikör, 4 cl Orangensaft und 4 cl Cranberrysaft über Eis in ein hohes Glas gegeben und verrührt, alternativ im Shaker kurz geschüttelt. Garniert wird klassisch mit einer Orangenscheibe und einer Cocktailkirsche.
Warum diese Drinks so zugänglich bleiben
Beide Cocktails verzichten bewusst auf komplizierte Technik und seltene Zutaten. Fruchtsäfte und Wodka sind fast überall verfügbar, was beide Drinks zu verlässlichen Einsteigerrezepten macht. Wer gerade erst mit Cocktails anfängt, kann hier üben, ohne gleich in Schüttelzeiten oder Rührtechnik investieren zu müssen.
Gleichzeitig zeigen beide Drinks die Grenze der Süße: Zu viel Saft und Likör können den Wodka fast komplett überdecken. Wer selbst mixt, sollte deshalb beim Verhältnis von Spirituose zu Saft nicht zu großzügig werden, sonst schmeckt am Ende fast nur noch der Saft und kaum noch der Cocktail.
Harvey Wallbanger & Fuzzy Navel: weitere Verwandte
Aus demselben Umfeld stammt der Harvey Wallbanger, im Grunde ein Screwdriver mit einem zusätzlichen Schuss des Kräuterlikörs Galliano, der obenauf schwimmt. Der Fuzzy Navel dagegen verzichtet ganz auf Wodka und mischt nur Pfirsichlikör mit Orangensaft, schmeckt der Sex on the Beach also nur sehr entfernt ähnlich.
Alle drei Drinks zeigen, wie variabel einfache Saftmischungen mit Wodka oder Likör sein können, ohne dass sich am Grundprinzip viel ändert: eine Spirituose, ein oder zwei Säfte, viel Eis. Wer eines der Rezepte beherrscht, findet sich bei den anderen sofort zurecht.
Für eine alkoholfreie Variante lassen sich beide Drinks leicht anpassen: Beim Screwdriver reicht Orangensaft mit etwas Sodawasser für mehr Frische, bei Sex on the Beach ersetzt ein alkoholfreier Pfirsichsirup den Schnaps, ohne die fruchtige Grundidee zu verändern. Beide Mocktails eignen sich damit auch für Gäste, die auf Alkohol verzichten möchten. Wichtig bleibt in jeder Version reichlich frisches Eis, weil die süßen Fruchtsäfte sonst schnell klebrig und zu warm wirken, statt erfrischend zu schmecken.