
Fluss & Pampa
Wasser & Boden
Der Río de la Plata ist vor Buenos Aires so breit, dass man das andere Ufer kaum sieht, und sein Wasser ist braun von feinem Sediment. Die Leitungen der Hauptstadt werden zu großen Teilen aus diesem Fluss gespeist, nach der Aufbereitung im Wasserwerk.
Für das Brauen ist das nicht ganz so wichtig, wie es klingt. Unter dem Großraum liegt zusätzlich der Grundwasserleiter Puelche, aus dem viele Vororte ihr Wasser pumpen. Quilmes gilt als Ort mit gutem Wasser, und das soll bei der Wahl des Standorts eine Rolle gespielt haben.
Die Landschaft rundherum ist die Pampa, eine fast ebene Fläche aus feinem, fruchtbarem Sediment. Es gibt hier keine Berge, in die man Felsenkeller schlagen könnte. Das Bier reift deshalb nicht im Berg, sondern in Tanks aus Edelstahl, die sich mit Kühlung auf die richtige Temperatur bringen lassen.
Das Klima ist feucht und im Sommer heiß. Wer ein helles, leichtes Bier machen will, braucht daher kräftige Kältetechnik, sowohl bei der Gärung als auch im Lager. Und ausgeliefert wird das Bier möglichst kalt, denn bei zwanzig Grad schmeckt ein Lager im Hochsommer niemandem.
Heute bereiten fast alle Brauereien ihr Wasser ohnehin auf, mit Filtern, Enthärtung oder Salzen. Ob eine Brauerei in Palermo oder in einem Vorort steht, ändert am Geschmack deshalb weniger als früher. Das Brauwasser der Stadt ist eher ein Rohstoff als ein Stilgeber.