
Sand, Meerwasser, Kalk
Wasser & Boden
Perth steht auf Sand. Die Küstenebene zwischen dem Indischen Ozean und der Darling Scarp, dem Höhenzug östlich der Stadt, besteht aus durchlässigen Böden, in denen sich Grundwasser sammelt. Ein Teil des Trinkwassers der Region stammt daraus, ein Teil aus Stauseen in den Hügeln, und seit 2006 gewinnt eine Anlage in Kwinana zusätzlich Trinkwasser aus Meerwasser.
Was macht das mit dem Bier? Härtewerte nennen die Brauer selten, und heute bereiten ohnehin fast alle Brauereien ihr Wasser auf: Sie entfernen Salze oder geben welche zu, bis das Wasser zum Stil passt. Das gilt in Fremantle genauso wie in Perth oder Margaret River. Für helle Biere wie Pale Ale und Lager zählt vor allem ein neutrales Wasser, bei dem Malz und Hopfen den Ton angeben.
Interessanter ist das Land selbst. Im Swan Valley nordöstlich von Perth wächst seit der Kolonialzeit Wein, und gut 200 Kilometer weiter südlich liegt Margaret River zwischen Karri-Wäldern, Kalksteinhöhlen und Brandung. Zwischen den Weingütern haben Colonial Brewing Co., Eagle Bay Brewing, Cheeky Monkey, Black Brewing und Bootleg eigene Brauereien eröffnet.
Das Klima ist mediterran: heiße, trockene Sommer, milde, feuchte Winter. An vielen Nachmittagen weht der Fremantle Doctor, ein kühler Südwestwind vom Meer, der die Stadt aus der Hitze holt. Brauer können darauf nicht bauen, denn der Wind kommt erst am Nachmittag, und die Gärung läuft rund um die Uhr. Wer in der Fremantle-Hitze Lager brauen will, braucht Strom und Kühlanlagen. Statt eines Felsenkellers kühlen Glykolmäntel (Hüllen, durch die gekühlte Flüssigkeit fließt) die Gärtanks, damit Lagerbier auch im Hochsommer bei niedrigen Temperaturen reift.